• 03.07.2022
      08:35 Uhr
      Die Entdeckung der Heimat (4/5) Fontanes "Spreeland" | hr-fernsehen
       

      Das TV-Event lädt dazu ein, auf den Spuren des märkischen Chronisten und Romanciers die spannende Geschichte der Region Berlin-Brandenburg lustvoll neu zu erkunden und einzutauchen in die Welt des 19. Jahrhunderts. Teil 4 führt die Zuschauer in Fontanes "Spreeland“ und beschreibt, welche Bedeutung das Reisen und der Tourismus im 19. Jahrhundert bekamen.

      Sonntag, 03.07.22
      08:35 - 09:20 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Das TV-Event lädt dazu ein, auf den Spuren des märkischen Chronisten und Romanciers die spannende Geschichte der Region Berlin-Brandenburg lustvoll neu zu erkunden und einzutauchen in die Welt des 19. Jahrhunderts. Teil 4 führt die Zuschauer in Fontanes "Spreeland“ und beschreibt, welche Bedeutung das Reisen und der Tourismus im 19. Jahrhundert bekamen.

       

      Dass Theodor Fontane die Mark Brandenburg zu Fuß erkundet hat, ist eine Legende. Meistens ist er für seine Wanderungen nämlich gefahren. Mit der Eisenbahn. Von Berlin aus konnte man inzwischen in die entlegensten Winkel fahren - z. B. nach Jamlitz in der Lieberoser Heide. Dort steht diesmal Fontanes Schreibtisch, von dem aus Schauspieler Fabian Hinrichs in die Welt des märkischen Dichters und Romanciers einführt. Den 4. Band seiner Wanderungen nannte Fontane „Spreeland“ - ein Begriff den er selbst erfunden hatte. Darin gesammelt viele Ausflüge zu Orten südöstlich von Berlin bis in den Spreewald.

      Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts ist eine Zeit des radikalen Umbruchs, nicht nur des Alltagslebens - auch der politischen Zustände. Neue Gedankenwelten brechen mit alten Traditionen. Mitten im Brandenburger Land „explodiert“ die preußische Residenzstadt Berlin und wird „Weltstadt“. Die alten Bezüge geraten aus den Fugen, das Verhältnis von Mark und Metropole richtet sich neu aus - auf allen Ebenen. Die Boomtown Berlin zieht abertausende Glückssuchende aus der Provinz an, sie verlassen ihre ländliche Welt und werden Proletarier. Und die ständig wachsende Hauptstadt muss versorgt werden - mit Lebensmitteln, mit Ziegelsteinen für die Mietskasernen, mit „dem ganzen öffentlichen Dienst“. Das Bürgertum fordert wirtschaftliche Entfaltungsmöglichkeiten und Teilhabe an der Macht. Auch der alteingesessene preußische Land- und Militäradel, der die politische Herrschaft noch in den Händen hält, muss sich neu ausrichten, in der Moderne ankommen oder im Dünkel verblassen. Zugleich vernetzen neue Techniken die Zentren mit weit entfernten Punkten auf der Landkarte - allen voran das neue Verkehrsmittel Eisenbahn, das Fontane für seine Unternehmungen begeistert nutzt. Fontane erlebt ein „Jahrhundert in Bewegung“.

      Teil 4 der filmischen Wanderungen auf Fontanes Spuren führt u.a. in den Spreewald, wo Fontane schon damals über die Trachten der schönen Sorbinnen rätselte, und zu den Markgrafensteinen, von denen sich der Journalist aus Berlin zunächst enttäuscht zeigte.

      Film von Johannes Unger

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