• 21.01.2023
      11:25 Uhr
      Die Elsässer (2/4) 1904-1919 | arte
       

      Louis heiratet zum Missfallen seiner Mutter die "preußische" Friederike. Als 1918 ihre Kinder auch noch für gegnerische Seiten an die Front ziehen, droht die Familie auseinanderzubrechen ...

      Samstag, 21.01.23
      11:25 - 13:05 Uhr (100 Min.)
      100 Min.
      VPS 11:30
      Stereo

      Louis heiratet zum Missfallen seiner Mutter die "preußische" Friederike. Als 1918 ihre Kinder auch noch für gegnerische Seiten an die Front ziehen, droht die Familie auseinanderzubrechen ...

       

      1904: Louis hat die Elsässerin Friederike Brion geheiratet. Sie haben zwei Söhne, Karl und Eduard. Nach dem Tod von Großvater Kempf leitet Louis die Fabrik und hat sich im Schloss eingerichtet. Für seine Mutter Mathilde bleibt Friederike "die Preußin"; sie weigert sich noch immer, mit ihrer Schwiegertochter zu sprechen. Im Gegensatz zu seiner kompromisslosen Mutter hat sich Louis mit Deutschland arrangiert. Er wurde als Deutscher geboren, er hat eine deutsche Frau und einen deutschen Schwiegervater, und er ist zum Wirtschaftsminister der elsässischen Regionalregierung ernannt worden. Das Elsass ist als "Reichsland" noch immer direkt von der Berliner Reichsregierung abhängig. Vergeblich kämpfen die Elsässer um eine den anderen deutschen Ländern gleichgestellte Autonomie.

      Der eine der beiden Söhne, Karl, studiert in Heidelberg Jura, während der andere, Eduard, unter dem Einfluss seiner Großmutter Mathilde die École polytechnique, Frankreichs Kaderhochschule für Ingenieure, absolviert und die französische Staatsbürgerschaft erwirbt.

      Im Jahr 1914 ist wieder Krieg. Die Brüder Karl und Eduard ziehen für gegnerische Seiten an die Front. Mathilde, die seit vierzig Jahren auf Vergeltung hofft, muss zusehen, wie ihre Familie auseinanderbricht. Sie versöhnt sich endlich mit ihrer Schwiegertochter Friederike. Die beiden Frauen ahnen, welche Opfer dieser Krieg von ihnen fordern wird. Die Brüder Karl und Eduard sind beide in ihre junge Nachbarin Alexandra verliebt. Karl, den die Vorstellung erschüttert, im Schützengraben in der Champagne seinem Bruder Eduard gegenüberstehen zu müssen, kehrt während eines Fronturlaubes zur Familie zurück. Er beginnt eine heimliche Liebesaffäre mit Alexandra.

      1918: Frankreich hat gesiegt und Mathilde scheint ihre Genugtuung mit der langersehnten Revanche bekommen zu haben. Marschall Foch verleiht ihr den Orden der Ehrenlegion. Während das Fest im vollen Gange ist, geht sie hinauf in das Zimmer, in dem sich der alte General von Wismar und seine Tochter Friederike, die "Besiegten", verstecken. Sie haben gerade erfahren, dass Karl gefallen ist. General von Wismar und Mathilde versöhnen sich in ihrem gemeinsamen Schmerz.

      Es ist ein bitterer Sieg. Louis und seine Frau Friederike fühlen sich gedemütigt und entscheiden sich für das Exil in der Schweiz. Eduard, der verwundete Kriegsheld, ist zurückgekehrt und macht Alexandra einen Heiratsantrag. Alexandra wird von Gewissensbissen geplagt, weil sie sich Karl hingegeben hat. Doch Eduards Großmutter Mathilde nimmt den beiden auf dem Totenbett das Versprechen ab, einander zu heiraten.

      Die Elsässer, der Vierteiler, der auf ein sehr großes Echo stieß, erhielt 1997 für das Drehbuch von Henri de Turenne die renommierte Fernsehauszeichnung, den Adolf-Grimme-Preis, der zum ersten Mal für eine nicht ausschließlich deutsche Produktion vergeben wurde.

      Cécile Bois, in der Rolle der jungen Mathilde, begann ihre Schauspielkarriere 1991 in "Becoming Colette". Danach hatte sie unter anderem Rollen in "Germinal" (1993), "Lucky Punch" (1996) und "Dakan" (1997). Sie trat in zahlreichen Produktionen auf, unter anderem in "Fils du Flic" (1995), "Lernen zu Leben" (1999), "Maigret chez les riches", "Le Roman de Lulu" (beide 2000), "Une place parmi les vivants" von Raoul Ruiz (2003), "Je serai toujours près de toi" (2004), "Agathe contre Agathe" (2007). Zuletzt war sie in Charlotte Brandstroms "Aveugle mais pas trop" (2009) von zu sehen.

      Aurore Clément (als erwachsene Mathilde) hat eine reiche Filmographie aufzuweisen. Sie begann ihre Karriere in "Lacombe Lucien" (1974). Es folgten Auftritte in "Les rendez-vous d'Anna" (1978), "Paris-Texas" (1984), "Maigret et le corps sans tête" (1992), "A vendre" (1998) und "Chasseurs d'écume" (1999). Ihre letzten Leinwandauftritte hatte sie in "Le Fossé des générations est un lit douillet" (2001) und in "Jet Set" (2000). Es folgten weitere Produktionen wie "Adieu" (2003), "Die Brautjungfer" (2004), "Marie Antoinette" (2006), "Divine Émilie" (2007), "De la guerre" (2008), "L'insurgée" (2009).
      Jean-Pierre Miquel, der die Rolle des Barons Kempf verkörpert, gab sein Leinwanddebüt in "Z" (1969). "Die Elsässer" ist seine erste Fernsehproduktion. Davor hatte er Rollen in "Raison perdue" (1984), "Tatie Danielle" (1990) und "Hélas pour moi" (1993). Zuletzt trat er in "La Comédie-Française ou l'amour joué" (1996) und "Terminale" (1998) auf.

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Samstag, 21.01.23
      11:25 - 13:05 Uhr (100 Min.)
      100 Min.
      VPS 11:30
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 06.02.2023