• 07.10.2022
      22:00 Uhr
      Nachtcafé Thema: Ich will Gerechtigkeit! | SWR Fernsehen BW
       

      Es gibt Dinge im Leben, die schreiend ungerecht erscheinen. So sind immer wieder Gerichtsurteile für Beteiligte schwer nachvollziehbar, selbst wenn sie rechtens sind. Warum kommt etwa der Mann, der seine eigene Frau krankenhausreif prügelt, mit einer Bewährungsstrafe davon, während sie noch jahrelang mit den körperlichen und seelischen Folgen der Attacke zu kämpfen hat? Warum ist Gerechtigkeit so wichtig? Was tun, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt? Und wie lässt sich Gerechtigkeit wieder herstellen?

      Freitag, 07.10.22
      22:00 - 23:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Es gibt Dinge im Leben, die schreiend ungerecht erscheinen. So sind immer wieder Gerichtsurteile für Beteiligte schwer nachvollziehbar, selbst wenn sie rechtens sind. Warum kommt etwa der Mann, der seine eigene Frau krankenhausreif prügelt, mit einer Bewährungsstrafe davon, während sie noch jahrelang mit den körperlichen und seelischen Folgen der Attacke zu kämpfen hat? Warum ist Gerechtigkeit so wichtig? Was tun, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt? Und wie lässt sich Gerechtigkeit wieder herstellen?

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Michael Steinbrecher

      Es gibt Dinge im Leben, die schreiend ungerecht erscheinen. So sind immer wieder Gerichtsurteile für Beteiligte schwer nachvollziehbar, selbst wenn sie rechtens sind. Warum kommt etwa der Mann, der seine eigene Frau krankenhausreif prügelt, mit einer Bewährungsstrafe davon, während sie noch jahrelang mit den körperlichen und seelischen Folgen der Attacke zu kämpfen hat?

      Ähnlich ergeht es auch dem Ersthelfer, der selbst im Nachgang eines Terrorangriffs ein schweres Trauma erlitten hat und sich nun von Staat und Versicherung alleingelassen fühlt. Wieder andere Menschen müssen für eine Sache haften, an denen sie selbst keine direkte Schuld haben, als Vorgesetzte oder Erziehungsberechtigte aber mögliche Konsequenzen auf sich nehmen müssen.

      Warum ist Gerechtigkeit so wichtig? Was tun, wenn wir man sich ungerecht behandelt fühlt? Und wie lässt sich Gerechtigkeit wieder herstellen?

      Die Gäste bei Michael Steinbrecher:

      • Gerhard Zawatzki

      Nach dem Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz rettete Gerhard Zawatzki einem Opfer mutmaßlich das Leben. Er selbst leidet bis heute an den Folgen dieser Nacht und kämpft mit einer schweren Posttraumatischen Belastungsstörung: „Manche Dinge waren richtig schlimm, weil es so entsetzlich war. Ich war nicht mehr in der Lage zu arbeiten.“ Dennoch muss der Ersthelfer bis heute um staatliche und finanzielle Unterstützung kämpfen.

      • Diana König

      Die Tante von Diana König wurde von deren Ehemann heimtückisch ermordet. Trotz der brutalen Tat lautete das erste Urteil auf Totschlag und neun Jahre Haft. „Das war, als ob mir jemand den Boden unter den Füßen weggezogen hätte“, so König. Dieses Urteil war in meinen Augen einfach ungerecht.“ Gemeinsam mit ihrer Familie kämpfte sie deshalb unermüdlich weiter um Gerechtigkeit.

      • Jana Mestmäcker

      Um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen, schreckt Jana Mestmäcker auch vor Gesetzesbrüchen nicht zurück. Um für ihre Sache zu kämpfen, blockiert sie unter anderem Autobahnen, indem sie sich mit ihrem Körper auf die Straße klebt. „Ich kann nicht einfach zu Hause sitzen und die Klimakrise hinnehmen. Der Protest ist die einzige Chance, die ich sehe“, so Mestmäcker. Die junge Klimaaktivistin hält solche drastischen Mittel für legitim, solange sie einer gerechteren Zukunft dienen.

      • Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

      Von klein war es für Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wichtig, Menschen zu ihren Rechten zu verhelfen. Nach ihrem Jurastudium ging sie zunächst in die Politik und wurde zwei Mal Bundesjustizministerin. Heute ist sie als ehrenamtliche Richterin am Bayerischen Verfassungsgerichtshof tätig und setzt sich dafür ein, dass das Vertrauen in die Demokratie und unser Rechtssystem nicht verloren geht: „Wir brauchen einen Rechtsstaat, der die Gefahren für unsere Demokratie tatkräftig und überzeugend zurückdrängt“, so die FDP-Politikerin.

      • Kai Christian Moritz

      Als Jugendlicher wurde Kai Christian Moritz jahrelang von einem katholischen Priester missbraucht. Als er sich schließlich getraute, mit dem Erlebten nach außen zu gehen, war der Fall gesetzlich jedoch verjährt. Auch die Kirche wimmelte ihn zunächst ab: „Es ist unverantwortlich und ungerecht, dass die Kirche die Aufarbeitung des Missbrauchs durch Priester mit sich allein ausmachen kann“, kritisiert er das Kirchenrecht scharf. Viele Jahre kämpfte er weiter, um ein gerechtes Urteil zu erzwingen.

      • Frank Bräutigam

      Wie wichtig Recht und Gerechtigkeit für unsere Gesellschaft sind, weiß der ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam. Umso mehr lohnt es sich, für diese einzustehen. „Gerechtigkeit ist ja auch die Basis dieses ganzen Staates und unseres Zusammenlebens“, so der Volljurist. Jede Regel in unserem Rechtssystem hat das Ziel, Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu schaffen.

      Die SWR Talkshow - Gäste bei Michael Steinbrecher

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