• 20.06.2021
      22:30 Uhr
      Utopia in Babelsberg - Science Fiction aus der DDR Film von Knut Elstermann | MDR FERNSEHEN
       

      Die DEFA drehte einige Science-Fiction-Filme, die heute kaum noch bekannt sind. Dabei zeigen diese Produktionen, in der DDR "utopische Filme" genannt, erstaunliche technische Leistungen. Eine Dokumentation von Knut Elstermann, Filmexperte und "Kino King" von radioeins.

      Sonntag, 20.06.21
      22:30 - 23:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Die DEFA drehte einige Science-Fiction-Filme, die heute kaum noch bekannt sind. Dabei zeigen diese Produktionen, in der DDR "utopische Filme" genannt, erstaunliche technische Leistungen. Eine Dokumentation von Knut Elstermann, Filmexperte und "Kino King" von radioeins.

       

      Für den Film "Der schweigende Stern" schuf der spätere Chefszenenbildner der DEFA, Alfred Hirschmeier, faszinierende, surreale Welten. Die Tricks in "Signale - Ein Weltraumabenteuer" und "Eolomea" erreichten damaliges Weltniveau, sie konnten sich mit Filmen wie Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" messen. Doch inhaltlich standen diese Filme vor einem Dilemma. Die marxistische Weltanschauung sah eine gesetzmäßig eintretende Zukunft voraus, den Kommunismus. Sie hatte friedlich und weitestgehend problemfrei zu sein. Doch wie sollte man in einer solchen Welt spannende Geschichten erzählen?

      In jedem utopischen Film musste diese Herausforderung neu gelöst werden, mit unterschiedlichem künstlerischem Erfolg. Science Fiction bei der DEFA war nie ein Krieg der Sterne, keine Alien-Invasion, sondern in den meisten Fällen eine Kontaktaufnahme mit dem Fremden über Signale, ein immer wiederkehrendes Handlungsmotiv. Kommunikation statt Konfrontation. Diese Filme geben Auskunft über das Bild einer kommenden sozialistischen Gesellschaft, über die Erwartungen und Hoffnungen und sie waren Gegenbilder zur offiziell verurteilten westliche SF-Kunst.

      In der RBB-Dokumentation "Utopia in Babelsberg - Science Fiction aus der DDR" erläutern ausgewiesene Expertinnen und Experten, wie der DEFA-Spezialist Ralf Schenk, die Kuratorinnen Grit Lemke und Kristina Jaspers sowie der Science-Fiction-Autor Karsten Kruschel, welche Zukunftsbilder die DEFA entwarf und wie sich die DDR-Gesellschaft auch über ihre Utopien definierte.

      Schauspieler Gojko Mitic erzählt, wie glücklich er war, in "Signale" als Raumfahrer endlich ein anderes Rollenbild als das übliche Häuptlings-Image bedienen zu dürfen.

      Der Special-Effects-Fachmann Uwe Fleischer macht deutlich, wie DEFA-Tricktechniker die alte Babelsberger Filmhandwerk-Tradition, die bis in die Stummfilmzeit zurückreichte, unter neuen Bedingungen fortsetzen.

      Science Fiction in der DDR, das zeigt die Dokumentation von Knut Elstermann, war keine überragende Erfolgsstory, aber eine interessante und eigenwillige Episode in der deutschen Filmgeschichte.

      Film von Knut Elstermann

      Unter dem Titel "DEFA 75" blickt das rbb Fernsehen vom 11. Mai bis 17. Mai 2021 mit insgesamt 23 Spielfilmklassikern, Dokumentationen und Kinder- und Märchenfilmen auf die ostdeutsche Filmgeschichte zurück.

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