• 15.03.2023
      21:55 Uhr
      Und draußen die Nacht (1/6) Serie Italien, Frankreich 2022 | arte Copyright: © Anna Camerlingo - © Anna Camerlingo
       

      Italien, 1978: Aldo Moro ist ein gläubiger Christ, liebevoller Familienvater und der charismatische Parteivorsitzende der konservativen Democrazia Cristiana. In einer turbulenten politischen Situation setzt er sich für eine Zusammenarbeit der Konservativen mit der Kommunistischen Partei ein, um auf diesem Weg notwendige Reformen für das in der Krise steckende Land zu ermöglichen. Seine Parteikollegen unterstützen ihn dabei zunächst, gerade von den politischen Rändern kommt jedoch erbitterter Widerstand.

      Mittwoch, 15.03.23
      21:55 - 22:55 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Italien, 1978: Aldo Moro ist ein gläubiger Christ, liebevoller Familienvater und der charismatische Parteivorsitzende der konservativen Democrazia Cristiana. In einer turbulenten politischen Situation setzt er sich für eine Zusammenarbeit der Konservativen mit der Kommunistischen Partei ein, um auf diesem Weg notwendige Reformen für das in der Krise steckende Land zu ermöglichen. Seine Parteikollegen unterstützen ihn dabei zunächst, gerade von den politischen Rändern kommt jedoch erbitterter Widerstand.

       

      Italien, 1978: Die politische Lage ist angespannt. Das Land ist geprägt von einer Wirtschaftskrise, immer wieder kommt es zu Unruhen. Gewalt und Attentate sind an der Tagesordnung. Die christdemokratische Partei Italiens, Democrazia Cristiana, stellt unter Giulio Andreotti eine Minderheitsregierung. Um die Position der Regierung zu stärken, setzt sich der konservative Parteivorsitzende Aldo Moro für einen Kurs der Zusammenarbeit - einen „historischen Kompromiss“ - mit der kommunistischen Partei (PCI) und der gemäßigten sozialistischen Partei (PSI) ein. Unterstützt wird er von Enrico Berlinguer, dem Vorsitzenden der kommunistischen PCI.

      An den Rändern des politischen Spektrums sorgt die Einigung für eine zunehmende Radikalisierung. Viele Kommunisten sehen die Zusammenarbeit als Anbiederung ihrer Partei an die Konservativen. Das bekommt auch Moro selbst in einer seiner Vorlesungen an der Universität zu spüren, die von Protesten gestört wird. Die Konservativen hingegen fürchten ganz grundsätzlich die kommunistische Regierungsbeteiligung. Auch Papst Paul VI., mit dem Aldo Moro eine enge Freundschaft verbindet, äußert seine Skepsis. Innerhalb der christdemokratischen Partei scheint Moros Plan zunächst angenommen zu werden. Doch als klar wird, dass viele Amtsinhaber der Minderheitsregierung ihre Posten an Linke abgeben müssten, kommt Gegenwind auf. Am 16. März 1978 soll schließlich der „historische Kompromiss“ im Parlament verhandelt werden. Moro begibt sich begleitet von seinen Leibwächtern in seiner Dienstlimousine auf den Weg dorthin. Doch ankommen wird er nie.

      „Und draußen die Nacht“ glänzt mit einer packenden historischen Aufarbeitung einer Entführung, die ganz Italien und die Welt in Atem hielt. Regisseur Marco Bellocchio, geboren 1939, setzt sich in seinen filmischen Arbeiten immer wieder mit den Revolten der 60er Jahre auseinander: Schon sein erster abendfüllender Spielfilm „Mit der Faust in der Tasche“, der 1965 auf dem Filmfestival in Locarno prämiert wurde, greift dieses Motiv auf. 2021 wurde Bellocchio beim Filmfestival in Cannes mit der Goldenen Ehrenpalme für sein Lebenswerk ausgezeichnet. In der Hauptrolle des Aldo Moro ist der vielfach ausgezeichnete Fabrizio Gifuni zu sehen.

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Mittwoch, 15.03.23
      21:55 - 22:55 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 07.06.2023