• 15.03.2021
      19:40 Uhr
      Re: Schnitzel 2.0 Pflanzliche Alternativen erobern Europa | arte
       

      Kein Lebensmittelzweig steht derzeit so sehr im Fokus wie die Tierproduktion. Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen, Tierwohl-Debatte und umstrittene Haltungsbedingungen schaden dem Image. Und während einige noch über neue Stallsysteme diskutieren, sind junge Unternehmer und Start-ups längst dabei, Begriffe wie Fleisch, Käse und Milch neu zu definieren. Sie fordern: Pflanzliche Ersatzprodukte wie Erbsenschnitzel, veganer Käse und Zellfleisch gehören genauso in die Supermarktauslage wie tierisches Fleisch. Sie fordern die Wende in der Fleischindustrie, doch stoßen auf EU-Ebene auf Widerstände.

      Montag, 15.03.21
      19:40 - 20:15 Uhr (35 Min.)
      35 Min.

      Kein Lebensmittelzweig steht derzeit so sehr im Fokus wie die Tierproduktion. Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen, Tierwohl-Debatte und umstrittene Haltungsbedingungen schaden dem Image. Und während einige noch über neue Stallsysteme diskutieren, sind junge Unternehmer und Start-ups längst dabei, Begriffe wie Fleisch, Käse und Milch neu zu definieren. Sie fordern: Pflanzliche Ersatzprodukte wie Erbsenschnitzel, veganer Käse und Zellfleisch gehören genauso in die Supermarktauslage wie tierisches Fleisch. Sie fordern die Wende in der Fleischindustrie, doch stoßen auf EU-Ebene auf Widerstände.

       

      Laura Gertenbach liebt gutes Fleisch. Aufgewachsen auf einem Bauernhof mit Viehhaltung kennt sie die Abläufe und Herausforderungen der Landwirtschaft genau. Und obwohl sie heute mit nachhaltigen und regionalen Fleischproduzenten arbeitet, hat sie eine andere Mission. Die 32-Jährige hat das erste Zellfleisch-Start-up in Deutschland gegründet. Ihr Ziel: Fleisch aus dem Reagenzglas soll schon bald die Nutztierhaltung wie wir sie kennen überflüssig machen. Schon seit einiger Zeit versucht sie staatliche Unterstützung zu erhalten - ein schwieriges Unterfangen im Schweinefleischland Deutschland. Anderswo in Europa - zum Beispiel in den Niederlanden oder in Belgien - ist man da längst viel weiter.

      Jan Bredack weiß schon lange, dass er sich auf staatliche Unterstützung nicht verlassen kann, wenn es um vegane Zukunftsvisionen geht. Der 47-Jährige gründete bereits 2011 den ersten veganen Supermarkt in Deutschland. Er weiß, was bei den Konsumenten zieht und ist mittlerweile auch selbst in die Produktion gegangen. Neben pflanzenbasiertem Fleisch stellt er inzwischen in Berlin Käse aus Cashews und Macadamia her. Doch im Oktober entschied das EU-Parlament: Käse-Alternativen dürfen nicht mehr "Käse" im Produktnamen haben. Doch Jan Bredack will kämpfen.

      Nicht nur für ihn ist die Betitelung der Alternativprodukte elementar, sondern für eine ganze Reihe von veganen und vegetarischen Start-ups, die in den letzten Jahren in Deutschland entstanden sind. "Mushlabs" mit Sitz in Berlin und Hamburg ist eines dieser jungen Unternehmen. Der Biologe Mazen Rizk füttert Pilz-Zellen mit Lebensmittelresten. Heraus kommt eine Proteinnahrung, die - aus seiner Sicht - das Zeug dazu hat, Gesundheits-, Klima- und Welternährungsprobleme zu lösen.

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 09.05.2021