• 16.07.2021
      21:50 Uhr
      Die magischen Stimmen des Pop (1/2) Die Erfindung der Popstimme | arte
       

      Worin liegt die Magie erfolgreicher Popstimmen? Was verbindet so unterschiedliche Sänger wie Frank Sinatra und Billie Eilish? Und was unterscheidet sie? In zwei Teilen feiert ARTE große Stimmen des Pop und erforscht das Verhältnis von Star und Stimme, von Technologie, Zeitgeist und Erfolg. Die erste Folge fragt, was SängerInnen über ihre eigene Stimme denken, von welchen Stimmen sie sich berühren lassen, und was die "klassische" Popstimme von Aretha Franklin bis David Bowie und Björk ausmacht.

      Freitag, 16.07.21
      21:50 - 22:45 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo

      Worin liegt die Magie erfolgreicher Popstimmen? Was verbindet so unterschiedliche Sänger wie Frank Sinatra und Billie Eilish? Und was unterscheidet sie? In zwei Teilen feiert ARTE große Stimmen des Pop und erforscht das Verhältnis von Star und Stimme, von Technologie, Zeitgeist und Erfolg. Die erste Folge fragt, was SängerInnen über ihre eigene Stimme denken, von welchen Stimmen sie sich berühren lassen, und was die "klassische" Popstimme von Aretha Franklin bis David Bowie und Björk ausmacht.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Werner Lackner

      Seit Jahrzehnten feiern Sänger und Sängerinnen im Pop weltweit größte Erfolge - und das unabhängig davon, wie voluminös ihre Stimmen sind oder wie sehr diese den klassischen Vorstellungen einer "schönen" Stimme entsprechen. Dass Bob Dylan kein Caruso ist, Madonna keine Callas und Damon Albarn kein Pavarotti, spielt keine Rolle - wobei natürlich auch im Pop kräftige und technisch versierte Stimmen erfolgreich sind, bestes Beispiel: Freddy Mercury. Umso mehr stellt sich die Frage, was bei allen Unterschieden diese Stimmen verbindet, was ihr magisches Band ist. Die erste Folge des Zwei-Teilers geht der Frage nach, was das Wesen der Popstimme ausmacht, wie sie entstanden ist und wo die möglichen Fallstricke einer als "authentisch" geltenden Stimme liegen. Erzählt wird, wie mit Frank Sinatra das Mikrophon und die mediale Verbreitung von Musik zu einem neuen Verständnis darüber geführt hat, was Singstimmen eigentlich sind und was sie in uns auszulösen vermögen. Und wie selbst technische Schwächen einer Stimme auf einmal zu ihrem entscheidenden Vorteil werden können und uns tief berühren. Im Interview sprechen Produzenten, AutorInnen und vor allem MusikerInnen über ihr Verhältnis zu ihrer Stimme - ihre Stärken, ihre Schwächen. Dabei geht die erste Folge der Frage nach, was das Wesen der Popstimme ist und spannt dabei einen Bogen von den 50ern über die Doors und Led Zeppelin bis zu Kate Bush, David Bowie und Björk. Mit dabei Weltstar Damon Albarn, der als Sänger und Komponist mit Blur und den Gorillaz gezeigt hat, wie man Sexyness und Abgeschlafftheit stimmlich zusammenbringt.

      Ob Freddie Mercury, Elvis, Amy Winehouse oder Edith Piaf - ihre Stimmen hören wir unter Tausenden heraus. Der "Summer of Voices" feiert sechs Wochenenden lang die Bandbreite der menschlichen Stimme und huldigt damit dem Ausdrucksmittel, das uns ohne Umwege und große Gesten immer wieder mitten ins Herz trifft.

      Auch wenn unsere Gesichter aktuell meistens verhüllt sind - die menschliche Stimme ist stärker als jede FFP2-Maske und hat keine Mühe, sie zu durchdringen. Zwei Stimmbänder reichen aus, um jedes Musikinstrument bei weitem an Ausdrucksmöglichkeiten und Emotion zu überbieten: ob zart gehaucht, guttural geröhrt, ob gescattet oder gerappt. Denn nichts an uns ist so markant wie unsere Stimme. In Kombination mit den richtigen Worten ist sie häufig der Schlüssel zu unserer Seele. Anders als in der klassischen Musik sind es aber im Pop selten die technisch brillanten und trainierten Stimmen, die hervorstechen.Es geht weniger um Performance als um Persönlichkeit, weniger um Perfektion als um Wiedererkennbarkeit. Ob Freddie Mercury, Elvis oder Amy Winehouse - ihre Stimmen hören wir unter Tausenden heraus. Geradezu ikonisch ist das Timbre einer Edith Piaf, deren Stimme wir mit dem Biopic "La vie en rose" ein Denkmal setzen.Stimmen ragen häufig über die KünstlerInnen hinaus: So sehr Piaf als die "Stimme Frankreichs" gilt, so sehr wurde Frank Sinatra als "The Voice of America" identifiziert. Eine ganz andere Stimme Amerikas war hingegen die des Singer-Songwriters Townes van Zandt, der mit seinen melancholischen Balladen das Amerika der Outsider und Underdogs besang. Auch der Soul kommt im "Summer of Voices" nicht zu kurz: Mit dem Biopic "Ray", der Dokumentation über Tina Turner sowie einem neuen Konzert von Alicia Keys widmen wir uns den großen Soul-Stimmen.

      Eine Dokumentation über die kalifornische Band The Eagles und ihren charakteristischen, mehrstimmigen Gesang ("Hotel California") erzählt die bewegte Geschichte dieser Formation, deren "Best of-Album" das bis heute meistverkaufte Popalbum in den USA ist. Ein besonderes Highlight für alle Fans ist die selten gezeigte Dokumentation "Elvis - That's The Way It Is", die den "King" 1970 bei seinen Vorbereitungen nach zehnjähriger Bühnenabstinenz zurück ins Rampenlicht zeigt. Sein Auftritt vor grölenden Fans steht im Kontrast zu Nick Caves zurückhaltendem, aber nicht weniger einprägsamen Auftritt im coronabedingt menschenleeren Alexandra Palace in London - ein wahrer Gänsehaut-Moment. Wie schwer eine solch markante Stimme zu ersetzen ist, macht die Dokumentation "The Show Must Go On! - Die Queen-Jahre mit Adam Lambert" deutlich, die das Comeback von Queen nach Freddie Mercurys Tod beleuchtet. Doch nicht allen Künstlerinnen und Künstlern, die es auf die große Bühne zieht, ist das notwendige stimmliche Talent gegeben. Meryl Streep führt dies in ihrer brillant-komischen Darstellung der selbst ernannten Opernsängerin Florence Foster Jenkins vor Augen.Und bisweilen muss im Popbusiness sogar etwas nachgeholfen werden, wie die Geschichte von Milli Vanilli zeigt. Heute würde der von Frank Farian inszenierte Fake kaum mehr zum Skandal taugen - denn mittels Autotune würde das stimmliche Manko mühelos ausgeglichen, so die These der zweiteiligen Dokumentation "Die magischen Stimmen des Pop".

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