• 21.07.2021
      23:40 Uhr
      Der Affront Spielfilm Frankreich/Libanon 2017 (L'insulte) | arte
       

      Ein banaler Auslöser führt zu einem Streit zwischen Toni, Libanese und Christ, und Yasser, Vorarbeiter am Bau und palästinensischer Flüchtling, der sie schließlich in Beirut vor Gericht bringt. Stein des Anstoßes war ein illegal montiertes Abflussrohr. Doch in Wahrheit geht es um mehr: Unter der Oberfläche brodeln politische und religiöse Spannungen. Mit steigender öffentlicher Aufmerksamkeit führen die Gerichtsverhandlungen zu bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen zwischen den beiden Volksgruppen.

      "Der Affront" erinnert an individuelle und kollektive Traumata aus dem Bürgerkrieg im Libanon (1975-1990).

      Mittwoch, 21.07.21
      23:40 - 01:30 Uhr (110 Min.)
      110 Min.

      Ein banaler Auslöser führt zu einem Streit zwischen Toni, Libanese und Christ, und Yasser, Vorarbeiter am Bau und palästinensischer Flüchtling, der sie schließlich in Beirut vor Gericht bringt. Stein des Anstoßes war ein illegal montiertes Abflussrohr. Doch in Wahrheit geht es um mehr: Unter der Oberfläche brodeln politische und religiöse Spannungen. Mit steigender öffentlicher Aufmerksamkeit führen die Gerichtsverhandlungen zu bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen zwischen den beiden Volksgruppen.

      "Der Affront" erinnert an individuelle und kollektive Traumata aus dem Bürgerkrieg im Libanon (1975-1990).

       

      Über ein illegal montiertes Abflussrohr an seinem Balkon gerät Toni mit Yasser in eine heftige Auseinandersetzung. Toni ist Mechaniker, Christ und gebürtiger Libanese; Yasser ist Vorarbeiter am Bau und palästinensischer Flüchtling. Yasser lässt sich zu einer Schimpftirade hinreißen, die Auslöser einer Spirale von verletzter Ehre und religiösem Eifer wird. Als Toni hitzköpfig Yassers halbherzige Entschuldigung ablehnt und ihn stattdessen beleidigt, eskaliert der Streit und landet vor Gericht. Es wird schnell klar: Hier geht es um weitaus mehr als ein falsch montiertes Rohr. Unter der Oberfläche brodeln tiefgreifende politische und religiöse Spannungen. So schaukelt sich der Fall immer weiter hoch, erfährt durch Medienberichterstattung große Aufmerksamkeit und wird zu einer nationalen Angelegenheit, bei der sich bürgerkriegsähnliche Ausschreitungen zwischen den beiden Volksgruppen abspielen.
      Währenddessen lernt man die beiden Männer und ihre Geschichten immer besser kennen. Auf beiden Seiten treten individuelle, schmerzhafte Erinnerungen an den Bürgerkrieg (1975-1990) zutage.

      In "Der Affront" setzt sich Regisseur Doueiri mit den eigenen Wurzeln auseinander: 1963 geboren, erlebte er den Bürgerkrieg als Jugendlicher und floh vor dessen Auswirkungen in die USA. Die Traumata, die auch Toni und Yasser antreiben und in die 70er Jahre zurückreichen, wurden mit der libanesischen Generalamnestie 1991 unter den Tisch gekehrt, wodurch die im Krieg verübten Menschenrechtsverletzungen ohne Folgen blieben. Welche langanhaltenden gesellschaftlichen Auswirkungen daraus resultieren, zeigt Doueiris Drama.

      Ziad Doueiri ist ein libanesischer Regisseur und Drehbuchautor, der sein Handwerk in den USA gelernt hat, unter anderem als Kameraassistent bei Quentin Tarantino. Er lebt inzwischen in Frankreich und hat sich mit der Serie "Baron Noir" einen Namen gemacht. Sein erster Film "Die Kinder von Beirut" (1998) gewann bei den Filmfestspielen in Cannes den François-Chalais-Preis. "Der Affront" ist sein vierter Film und wurde in der offiziellen Auswahl bei den Filmfestspielen von Venedig 2017 präsentiert. Ein Jahr später vertrat "Der Affront" den Libanon bei den 90. Academy Awards, nominiert für den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Doueiri führte auch bei der ARTE-Serie "Aus der Spur" Regie, die im April 2020 ausgestrahlt wurde.

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      Mittwoch, 21.07.21
      23:40 - 01:30 Uhr (110 Min.)
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