• 14.06.2022
      22:25 Uhr
      makro: Energiesicherheit in Deutschland - Dauerbrenner Gas? 3sat
       

      Explodierende Gaspreise, leere Speicher, Angst vor Rationierung und Abschaltung - Putins Krieg hat Deutschlands Abhängigkeit von russischem Erdgas gnadenlos offengelegt.

      Der Preis der angestrebten Unabhängigkeit von russischem Erdgas ist hoch. Auch für die Umwelt - ob Fracking-Gas aus den USA für LNG-Transporte oder die längere Verfeuerung von Braunkohle.

      Klimaökonom Prof. Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), fordert dennoch Deutschland und Europa auf, auf Gas aus Russland zu verzichten.

      Dienstag, 14.06.22
      22:25 - 22:55 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Explodierende Gaspreise, leere Speicher, Angst vor Rationierung und Abschaltung - Putins Krieg hat Deutschlands Abhängigkeit von russischem Erdgas gnadenlos offengelegt.

      Der Preis der angestrebten Unabhängigkeit von russischem Erdgas ist hoch. Auch für die Umwelt - ob Fracking-Gas aus den USA für LNG-Transporte oder die längere Verfeuerung von Braunkohle.

      Klimaökonom Prof. Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), fordert dennoch Deutschland und Europa auf, auf Gas aus Russland zu verzichten.

       

      Explodierende Gaspreise, leere Speicher, Angst vor Rationierung und Abschaltung - Putins Krieg hat Deutschlands Abhängigkeit von russischem Erdgas gnadenlos offengelegt.

      Seit März schon hat die Bundesregierung die Frühwarnstufe des "Notfallplan Gas" ausgerufen, bei dem ein Krisenteam, bestehend aus Behörden und Energieversorgern, die aktuelle Lage permanent analysiert.

      Politik und Fachleute suchen händeringend nach brauchbaren Alternativen, um in den nächsten Monaten die Energieversorgung in Deutschland sicherzustellen. Neben konsequentem Energiesparen und einem beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien setzt die Politik auch auf Gaslieferungen aus anderen Ländern.

      Vor Kriegsbeginn kamen rund 55 Prozent des nach Deutschland importierten Erdgases aus Russland. Heute sind es unter 40 Prozent. Eine ausgeklügelte und bisher reibungslos funktionierende Infrastruktur aus kilometerlangen Pipelines sowie Verdichter- und Verteilstationen soll die Versorgung sicherstellen.

      Viele Gasspeicher liegen in der Hand von Gazprom - Ergebnis politisch-strategischer Fehlentscheidungen. Sie müssten, wann immer möglich, gefüllt werden, um genügend Reserven vorzuhalten - für die Gewinnung von Strom und Fernwärme für private Verbraucher, aber auch für Industrieunternehmen, die auf Gas angewiesen sind wie zum Beispiel Kunststoff-, Düngemittel- oder Glasfabriken. Doch wo liegen die Alternativen für russisches Gas?

      Mehr Erdgas könnte aus Norwegen und Nordafrika kommen, eine weitere Möglichkeit wäre verflüssigtes Erdgas, das sogenannte LNG, über Spezialschiffe aus den USA und Katar. Die Verhandlungen dazu laufen auf Hochtouren. Dafür notwendige LNG-Terminals gibt es in Deutschland allerdings noch nicht - und die Terminals in anderen europäischen Ländern arbeiten bereits am Limit, Spezialtanker sind über Monate ausgebucht.

      Eine Option könnten schwimmende LNG-Terminals sein, meint Dr. Manuel Koehler von Aurora Energy Research. Sie könnten schneller den Betrieb aufnehmen. Auch die heimische Erdgasförderung in Deutschland, die wegen begrenzter Ressourcen und der Sorge vor Umweltschäden eigentlich als Auslaufmodell betrachtet wurde, rückt nun wieder in das Interesse der Politik.

      Der Preis der angestrebten Unabhängigkeit von russischem Erdgas ist hoch. Auch für die Umwelt - ob Fracking-Gas aus den USA für LNG-Transporte oder die längere Verfeuerung von Braunkohle.

      Klimaökonom Prof. Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), fordert dennoch Deutschland und Europa auf, auf Gas aus Russland zu verzichten. Daher sei es umso wichtiger, den Ausbau erneuerbarer Energien massiv zu beschleunigen und vorhandene Potenziale zu nutzen. So wie im Frankfurter Gallusviertel, wo ein Wohnviertel zum Heizen bald seine Energie aus der Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums beziehen wird.

      Die weltweite Vernetzung der Wirtschaft prägt immer mehr den Alltag von Unternehmen, aber auch Konsumenten. "makro" zeigt jeden Dienstag 30 Minuten spannende Wirtschaftsgeschichten. Wirtschaftliche Entwicklungen in Ländern oder Branchen stehen dabei ebenso auf der Themenliste wie Währungskrisen oder alternative Wirtschaftsformen.

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