• 07.07.2021
      22:45 Uhr
      Schockwellen - Nachrichten aus der Pandemie Deutschland 2021 | BR Fernsehen
       

      Covid-19 ist die erste Pandemie, die live von der Welt verfolgt wird. Der Film erzählt sie chronologisch, auf Augenhöhe mit der Entwicklung, ausschließlich über Archivmaterial, ohne Kommentar: direkt, unvermittelt, ungefiltert. Dabei collagiert er die Ereignisse zu einem Porträt der Gegenwart. Zu sehen ist eine Gesellschaft in Zeiten der Krise, erfasst von den Schockwellen der Pandemie.

      Mittwoch, 07.07.21
      22:45 - 00:15 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Covid-19 ist die erste Pandemie, die live von der Welt verfolgt wird. Der Film erzählt sie chronologisch, auf Augenhöhe mit der Entwicklung, ausschließlich über Archivmaterial, ohne Kommentar: direkt, unvermittelt, ungefiltert. Dabei collagiert er die Ereignisse zu einem Porträt der Gegenwart. Zu sehen ist eine Gesellschaft in Zeiten der Krise, erfasst von den Schockwellen der Pandemie.

       

      Stab und Besetzung

      Autor Volker Heise

      "Schockwellen - Nachrichten aus der Pandemie" montiert Nachrichten, Reportagen, Talkshows, Live-Schaltungen, Videoblogs. Sie bilden zusammen die Grundlage für einen vielstimmigen Chor, der die Geschichte der Pandemie anstimmt, verdichtet und ihr folgt, von Januar 2020 bis heute, mit dem Fokus auf Deutschland. Eine Chronik der Verheerung ist ebenso zu sehen wie eine Chronik der Zerrissenheit und der Auflehnung: Gegen das Virus, gegen das Schicksal, gegen die Wirklichkeit. Zu sehen ist eine Pandemie, die erst nach und nach ihren ganzen Schrecken verbreitet und bis in die letzten Winkel der Gesellschaft vordringt, während die Welt ihr dabei in Echtzeit zuschaut und die Augen auf die Liveticker gerichtet sind, von den ersten Nachrichten aus China bis zu Indien. Alle sind Getriebene, Regierende wie Regierte, Zuschauer*innen wie Protagostinnen und Protagonisten. Entscheidungen müssen im Augenblick gefasst werden, vor Publikum, ohne Netz und doppeltem Boden. Wellen und Wellenbrecher, Masken und Maskenverweigerer. Neue Begriffe erobern den Alltag, Abstand wird zur Norm, der Alltag bekommt ein neues Gesicht: in der Politik, an den Arbeitsplätzen, in den Schulen und Theatern. Menschen verharren in ihren Wohnungen und verzweifeln. Risse in der Gesellschaft werden sichtbar und zu tiefen Wunden.

      Mit der Pandemie breitet sich auch das Wissen über sie aus. Erkenntnisse der Forschung zirkulieren in den Netzen, Wissenschaftler*innen werden zu Politikberaterinnen und Politikberatern. Epidemiologinnen und Epidemiologen sagen die Kurven der nächsten Welle voraus, Impfstoffe werden in Rekordzeit entwickelt. Mit dem Wissen wächst aber auch der Zweifel an den Virologinnen und Virologen sowie den Politikerinnen und Politikern. Hinter diesem Zweifel lauert ein Verdacht. Je länger das Ereignis Pandemie anhält, desto mehr wird es zu einem zähen und nicht enden wollenden Zustand. Einem Zustand mit der Kraft, die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Systeme zu sprengen. Es ist eine Herausforderung, deren geheime Botschaft lautet: Nach der Krise ist vor der Krise.

      Im Fernsehen berichtet der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn Ende Januar, man nehme die Sache ernst, behalte aber kühlen Kopf. Außerdem müsse man die Krankheit einordnen, Risiko lauere an jeder Ecke. Der Virologe Drosten ist mittlerweile nachdenklich: Eine Pandemie sei möglich, sagt er in einer Talkshow, doch ein Impfstoff läge in weiter Ferne. Sieht man die Bilder heute, scheinen sie wie aus einem anderen Zeitalter. Das Rätselraten der Expertinnen und Experten, die Zweifel der Politiker*innen, die Unfassbarkeit des Ereignisses: Es scheint zu groß und zu viel in Frage zu stellen, zu sehr die Normalität zu bedrohen und das Ende einer Zeit zu markieren. Niemand wollte wahrhaben, was bald wahr wurde.

      Dokumentarfilm von Volker Heise

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      Mittwoch, 07.07.21
      22:45 - 00:15 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 01.08.2021