• 02.07.2021
      03:00 Uhr
      artour Das Kulturmagazin des MDR | MDR FERNSEHEN
       

      Themen und Beiträge:

      • Der unbekannte Kant
      • Landretter: Aufstand in der Provinz
      • ANTOINETTE
      • Von der Last zu Leben
      • Kulturkalender

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 02.07.21
      03:00 - 03:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen und Beiträge:

      • Der unbekannte Kant
      • Landretter: Aufstand in der Provinz
      • ANTOINETTE
      • Von der Last zu Leben
      • Kulturkalender

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Evelyn Fischer
      • Der unbekannte Kant

      Hermann Kant. Er war Schriftsteller und Politiker. Sein bekanntester Roman ist "Die Aula". Der beste und wichtigste Roman, wie er selbst immer wieder betonte, ist "Der Aufenthalt". Hier verarbeitete er seine Erlebnisse während seiner Kriegsgefangenschaft in Warschau. Dort wird er alles. Er wird Schriftsteller, und er wird politisch denkender Mensch. Seine Rolle, später, als SED-Politiker und als Präsident des DDR-Schriftstellerverbandes, ist sehr ambivalent. Zum einen versuchte er, zwischen Kulturpolitik und Schriftstellern zu vermitteln, zum anderen verhinderte er beispielsweise nicht, dass neun Schriftsteller aus politischen Gründen aus dem Berliner Verband ausgeschlossen wurden.
      Am 14. Juni wäre Hermann Kant, der im August 2016 starb, 95 Jahre alt geworden. Und pünktlich zum Anlass erschien im Aufbau Verlag das Buch "Therapie". Es versammelt weitgehend unbekannte Erzählungen und Essays, die, wenn man so will, sein ganzes Leben rekapitulieren. "Ein strenges Spiel" heißt seine letzte Erzählung, und auch die findet sich in dem Band. Geschrieben hat er sie 2011 im Krankenhausbett, welches er sieben Wochen lang, schwer erkrankt, hüten musste.

      • Landretter: Aufstand in der Provinz

      Was tun, wenn der letzte Laden, das Kino, die Bibliothek auf dem Land geschlossen werden? Wenn das gesellschaftliche Leben nur noch in den Städten spielt? Einige Einwohner und die Bürgermeisterin der sächsischen Stadt Seifhennersdorf haben das schleichende Ausbluten ihrer Heimat nicht hinnehmen wollen. Als die Oberschule im Ort geschlossen werden sollte, haben sie Bußgeldbescheide, rechtliche Bestimmungen und Ratsbeschlüsse ignoriert und die Kinder dort weiter unterrichtet. Eine Bäuerin geht als Abgeordnete in die Politik nach Brüssel, weil sie nicht akzeptieren will, dass die Grundstücke und Felder rund um ihr Dorf massenhaft zu Spekulationsmasse von unsichtbaren Großinvestoren werden. Ein Astronom kämpft um den Verlust der Nacht, durch die zunehmende Lichtverschmutzung. Ob und wie man Veränderungen auf dem Land aufhalten kann, erzählt der Dokumentarfilm "Landretter". Er porträtiert drei sehr unterschiedliche Menschen, die davon überzeugt sind, durch ihr Handeln im Kleinen die Dynamik im Großen verändern zu können und zeigt dabei symptomatisch, vor welchen Herausforderungen Europa heute steht. Der Film kommt am 1. Juli ins Kino.

      • ANTOINETTE

      Sie heißt ANTOINETTE. Mit Großbuchstaben. Und groß ist auch das Werk der Leipziger Künstlerin - sie hat nichts Geringeres als einen "Altar für Europa" geschaffen. Vier Jahre lang hat sie an verschiedenen Plätzen in Europa daran gearbeitet. Mit Bleistiften und Buntstiften auf Papier. Vor einem Jahr hat sie für die Vollendung des Altars einen vorerst temporären Platz gefunden - im Merseburger Schlossgartensalon. Nun kann man dort die Künstlerin ANTOINETTE und ihr Werk besuchen.

      • Von der Last zu Leben

      Als Gruselgraben bezeichnet man das paradoxe Phänomen, wenn uns menschenähnliche Roboter unheimlicher vorkommen als solche, die aussehen wie technische Maschinen. Und als einen solchen Gruselgraben könnte man auch die Wirkung des Kinofilms bezeichnen, der den Namen "The trouble with being born" trägt. Übersetzt heißt das so viel wie "Von der Last zu leben" und ist ein österreichisch-deutscher Spielfilm der Nachwuchsregisseurin Sandra Wollner. Er erzählt von täuschend echt aussehenden humanoiden Wesen, die die Menschen nach ihren Wünschen gestalten, aber nicht kontrollieren können - eine dystopische Geschichte über das Mensch- und Maschinesein im 21. Jahrhundert. Der Film ist alles andere als leichte Kost und gerade deshalb unbedingt sehenswert, denn hier gilt: Nach diesem Film werden Sie anders in die Zukunft schauen. Ab 1. Juli im Kino zu sehen.

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