• 06.06.2022
      05:00 Uhr
      Beethoven: "Eroica" Frankreich/Finnland 2019 | arte
       

      Mit der "Eroica“ schlug die Musik neue Wege ein. Der schiere Umfang und die neue Ausdrucksform von Beethovens dritter Sinfonie verblüfften seine Zeitgenossinnen und Zeitgenossen. Nach der Uraufführung bezeichnete ein Rezensent das Werk als "eine sehr weit ausgeführte, kühne und wilde Phantasie". Wie Monteverdis "L’Orfeo" und Strawinskys "Le Sacre du Printemps" wurde die "Eroica" zu einem Meilenstein der Musikgeschichte. Das Finnish Radio Symphony Orchestra unter der Leitung von David Zinman führt in das heroische Universum von Beethovens dritter Sinfonie.

      Montag, 06.06.22
      05:00 - 05:50 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

      Mit der "Eroica“ schlug die Musik neue Wege ein. Der schiere Umfang und die neue Ausdrucksform von Beethovens dritter Sinfonie verblüfften seine Zeitgenossinnen und Zeitgenossen. Nach der Uraufführung bezeichnete ein Rezensent das Werk als "eine sehr weit ausgeführte, kühne und wilde Phantasie". Wie Monteverdis "L’Orfeo" und Strawinskys "Le Sacre du Printemps" wurde die "Eroica" zu einem Meilenstein der Musikgeschichte. Das Finnish Radio Symphony Orchestra unter der Leitung von David Zinman führt in das heroische Universum von Beethovens dritter Sinfonie.

       

      Stab und Besetzung

      Komposition Ludwig van Beethoven
      Dirigent David Zinman
      Orchester Finnish Radio Symphony Orchestra

      Anfang des 19. Jahrhunderts war Europas Intelligenzija begeistert von Napoleon Bonaparte. Auch Ludwig van Beethoven (1770-1827) sah in ihm die Verheißung einer besseren Welt. Und so widmete er ihm seine dritte Sinfonie. Doch als Napoleon sich im Dezember 1804 selbst zum Kaiser krönte, radierte der Komponist die Widmung wieder aus und ersetzte sie durch die Worte: „Sinfonia eroica, composta per festiggiare il sovvenire di un grand’uomo (Heroische Sinfonie, komponiert, um die Erinnerung an einen großen Mann zu feiern)“.

      Beethoven suchte sich im frühen 19. Jahrhundert von den Zwängen der Wiener Klassik zu befreien. Die musikalische Revolution, die er mit seiner dritten Sinfonie in Bewegung setzte, überraschte jedoch selbst seine engsten Vertrauten. Die „Eroica“ ist keine Programmsinfonie, aber die Hörerinnen und Hörer verknüpften Schlachtszenen mit der Musik, wogegen Beethoven nichts einzuwenden hatte. Der zweite Satz ist ein Trauermarsch, der an die Totenehrung der Märtyrer der Französischen Revolution erinnert.

      Der schiere Umfang und die neue Ausdrucksform von Beethovens dritter Sinfonie verblüfften seine Zeitgenossinnen und Zeitgenossen. Nach der Uraufführung bezeichnete ein Rezensent das Werk als „eine sehr weit ausgeführte, kühne und wilde Phantasie“. Da sie Fürst Lobkowitz gewidmet war und die Uraufführung in seinem Wiener Palais stattfand, wurde die Sinfonie nicht mit der Revolution und ihren Symbolen in Verbindung gebracht. Und doch war sie eine Revolution in sich: Die Musik hatte neue Wege eingeschlagen, die „Eroica“ war von prophetischer Strahlkraft. Wie Monteverdis „L’Orfeo“ und Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ wurde sie zu einem Meilenstein der Musikgeschichte.

      David Zinman (geb. New York, 1936) ist einer der größten und renommiertesten Dirigenten weltweit. 19 Jahre lang war er Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich. 2014 nahm er seinen Abschied, kehrt aber regelmäßig in seiner Eigenschaft als Ehrendirigent nach Zürich zurück.

      Zinman begann seine Karriere als Assistent von Pierre Monteux (1961-1964). Er war Chefdirigent des niederländischen Rotterdams Philharmonisch Orkest (1979-1982), Musikdirektor des Rochester Philharmonic (1974-1985) und des Baltimore Symphony Orchestra (1985-1998) in den USA. 1995 kam er zum Tonhalle-Orchester. Gastauftritte führen Zinman rund um die Welt und ans Dirigentenpult großer Formationen: Wiener Philharmoniker, Orchestre National de Lyon, Orchestre de Paris, Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Konzerthausorchester Berlin, Dallas Symphony, Tonhalle-Orchester.

      Außerdem ist Zinman für seine Meisterklassen bekannt. 1998 wurde er zum Musikdirektor des Aspen Music Festivals ernannt und gründete daraufhin die American Academy of Conducting, die er bis 2009 als Programmdirektor leitete. Zinmans Diskografie umfasst mehr als hundert Titel, sein Repertoire reicht von Bach, Haydn, Mozart und Beethoven bis zu Klassikern des 20. Jahrhunderts. Mit dem Tonhalle-Orchester spielte er sämtliche Sinfonien von Beethoven, Schubert, Schumann und Mahler sowie zahlreiche Werke von Richard Strauss ein. Seine Aufzeichnung von Henryk Górecki’s dritter Sinfonie („Sorrowful Songs“) mit der Sopranistin Dawn Upshaw und dem London Sinfonietta aus dem Jahr 1992 zählt zu den meistverkauften Klassik-CDs aller Zeiten.

      Das Finnish Radio Symphony Orchestra (FRSO) ist das Orchester der finnischen Rundfunkanstalt (Yle). Es macht sich zur Aufgabe, der finnischen Musikkultur Gehör zu verschaffen und sie zu fördern. Seit Herbst 2013 ist Hannu Lintu Chefdirigent. In der Spielzeit 2017/2018 feierte das FRSO sein 90-jähriges Bestehen.

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