• 29.05.2022
      17:25 Uhr
      Bedřich Smetana: Mein Vaterland Aufzeichnung des Musikfestivals "Prager Frühling" 2022 | arte
       

      Smetanas Zyklus "Mein Vaterland“ umfasst sechs sinfonische Dichtungen, darunter das weltbekannte Stück "Die Moldau". Der Zyklus erklingt traditionell zum Auftakt des Musikfestivals „Prager Frühling“, das alljährlich am 12. Mai, dem Todestag von Smetana, eröffnet wird - diesmal vom West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Thomas Guggeis.

      Sonntag, 29.05.22
      17:25 - 18:25 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      Smetanas Zyklus "Mein Vaterland“ umfasst sechs sinfonische Dichtungen, darunter das weltbekannte Stück "Die Moldau". Der Zyklus erklingt traditionell zum Auftakt des Musikfestivals „Prager Frühling“, das alljährlich am 12. Mai, dem Todestag von Smetana, eröffnet wird - diesmal vom West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Thomas Guggeis.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Adam Rezek
      Komposition Bedřich Smetana
      Dirigent Thomas Guggeis
      Orchester West-Eastern Divan Orchestra

      Bedrich Smetanas Zyklus „Má vlast“ („Mein Vaterland“) ist eines der Nationaldenkmäler der tschechischen Musik. Es entstand zwischen 1874 und 1879. Tschechien war damals noch Teil des österreichisch-ungarischen Kaiserreiches. Wie viele andere Künstler arbeitete auch Smetana mit am Aufbau einer eigenständigen Kultur seines Volkes im habsburgischen Vielvölkerstaat. Mit „Má vlast“ hat Smetana den Grundstein zu einer eigenständigen tschechischen Musik gesetzt.
      „Mein Vaterland“ ist ein musikalischer Streifzug durch die Sagenwelt der Amazonenkönigin Sarka, durch die Geschichte und die Landschaft des Böhmischen Beckens im Herzen Europas bis hin zur alten Prager Burg von Vysehrad. Der bekannteste Satz, „Vltava“ („Die Moldau“), beschreibt Tchechiens längsten Fluss: wie das Gewässer seinen zwei Quellen entspringt, sich zu einem Fluss entwickelt, an Jagd- und Festszenen vorbeizieht, sich in gefährliche Stromschnellen verwandelt, an der Burg von Vysehrad vorbeifließt und letztlich in der Elbe aufgeht.
      „Má vlast“ hat nicht nur zur Entstehungszeit, sondern bis heute einen nachhaltigen Einfluss auf die Ausbildung einer tschechischen Identität und mit genau diesem Werk wird alljährlich der musikalische „Prager Frühling“ eröffnet, und zwar immer am 12. Mai, dem Todestag des Komponisten. Für Daniel Barenboim, den Dirigenten der Aufführung von 2022, ist Smetanas Zyklus, mit dem er seine Heimat Tschechien besingt, eines der wichtigsten Werke des 19. Jahrhunderts. Es spielt das West-Eastern Divan Orchestra. ARTE zeigt die Höhepunkte des Konzertes.

      Daniel Barenboim, der im November seinen 80. Geburtstag feiern wird, hat das West Eastern Divan Orchestra gemeinsam mit seinem Freund, dem israelisch-palästinensischen Literat Edward Said, gegründet. Benannt nach dem Gedicht von Goethe und gegründet 1999 in Weimar, soll das Orchester einen Beitrag liefern zum Dialog zwischen den Kulturen des Nahen Ostens und zur Aussöhnung der arabischen und jüdischen Bevölkerung in Israel.
      Aus gesundheitlichen Gründen kann Daniel Barenboim nicht nach Prag kommen. An seiner Stelle wird Thomas Guggeis das Konzert dirigieren. Thomas Guggeis, der ehemalige Assistent von Daniel Barenboim und zuküftige Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt, ist noch keine 30 Jahre alt und gehört bereits zu den Stars am Dirigentenpult. Daniel Barenboim zu diesen Wechsel: „Der Rückzug von dieser Tournee ist schmerzlich für mich. Meine Arbeit mit dem WEDO ist für mich etwas ganz Besonderes, und ich habe mich sehr darauf gefreut gemeinsam Smetanas "Ma Vlast" aufzuführen. Allerdings muss ich jetzt meiner Gesundheit den Vorrang geben. Ich bin dankbar dafür, dass Thomas Guggeis sich bereit erklärt hat, die Tournee zu übernehmen. „Ma Vlast“ bedeutet „Mein Heimatland“, und dass das WEDO - das immer noch kein Heimatland hat - dieses Werk in Prag zur Aufführung bringen wird, ist sehr bedeutsam und symbolisch. Ich bin sehr froh, dass die Tournee stattfindet und werde im Geiste bei allen Musikerinnen und Musikern sein. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit ihnen im Sommer.“

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