• 25.07.2021
      16:00 Uhr
      Klosterküche - Kochen mit Leib und Seele (41) Moin und Namasté im Emsland | NDR Fernsehen
       

      Was bringt indische Ordensbrüder dazu, nach Norddeutschland zu ziehen? Wer an indische Mönche denkt, denkt vor allem an Hindus in orangefarbenen Gewändern und mit Turbanen. Die indischen Ordensbrüder, die Annette Behnken in deren Kloster im Emsland besucht, entsprechen dieser Vorstellung aber ganz und gar nicht. Diese Geistlichen gehören einer kleinen Minderheit in Indien an, sie sind katholische Christen.

      Sonntag, 25.07.21
      16:00 - 16:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Was bringt indische Ordensbrüder dazu, nach Norddeutschland zu ziehen? Wer an indische Mönche denkt, denkt vor allem an Hindus in orangefarbenen Gewändern und mit Turbanen. Die indischen Ordensbrüder, die Annette Behnken in deren Kloster im Emsland besucht, entsprechen dieser Vorstellung aber ganz und gar nicht. Diese Geistlichen gehören einer kleinen Minderheit in Indien an, sie sind katholische Christen.

       

      Was bringt indische Ordensbrüder dazu, nach Norddeutschland zu ziehen? Wer im Internet das Stichwort indische Mönche eingibt, findet vor allem Bilder von Hindus in orangefarbenen Gewändern und mit Turbanen. Die indischen Ordensbrüder, die Annette Behnken in deren Kloster im Emsland besucht, entsprechen dieser Vorstellung aber ganz und gar nicht.

      Diese Geistlichen gehören einer kleinen Minderheit in Indien an, sie sind katholische Christen! Genauer gesagt: Sie gehören dem Franziskaner-Orden an. Einer von ihnen ist Pater Vijay. Er erzählt, wie er als Erster in seinem Heimatort zum Priester geweiht wurde. Es gab ein großes Fest mit mehr als 1000 Gästen, die alle von seiner Familie bekocht wurden. Danach ging er von zu Hause fort, lebte zwei Jahre lang in Sri Lanka, wurde nach mehreren Stationen in Indien schließlich nach Europa versetzt. Ins Kloster Ahmsen im Emsland.

      In diesem Kloster lebt auch Pater Arun. Als er seinen Eltern von seinen Zukunftsplänen als Priester erzählte, erntete er keine Begeisterung. Als jüngster Sohn sei er traditionell für die Versorgung der Eltern zuständig, fand sein Vater, der als Fischer an der Südspitze Indiens lebt. Aber Pater Arun blieb bei seinem Entschluss. Auch er "tourte" durch verschiedene Gemeinden, war in England und Belgien, bevor er ins Emsland kam. Für Franziskaner ist es normal, immer wieder an einen neuen Ort zu ziehen.

      Aber wie geht es den Männern aus Südindien im Emsland? Vom Wetter werden sie hier jedenfalls nicht verwöhnt. Und auch Sprache und Mentalität sind fremd. Moin als Standardbegrüßung haben alle fünf aber schon drauf. Das haben sie nicht in ihrem dreimonatigen Deutschkurs gelernt.

      Und was sagen die Emsländer? Wie reagieren sie, wenn kein Pfarrer, den sie schon von Jugend an kennen, auf der Kanzel steht? Sondern ein dunkelhäutiger Mann, der auch neue Sitten und Gebräuche einführt?

      Vor etwa 500 Jahren kolonisierten vor allem die Portugiesen den indischen Subkontinent. Sie zwangen den Menschen ihren katholischen Glauben auf, Mission wurde das damals genannt. Nun gehört diese Religion mit zur indischen Kultur. "Bei indischen Beerdigungen haben die Menschen aber nicht so viel Schwarz an wie hier", sagt Pater Arun. Die unterschiedlichen Religionen in seiner Heimat färben aufeinander ab. So würde er gerne auch einiges hier einfließen lassen, zum Beispiel von hinduistischen Ideen, soweit es nicht seinem eigenen Glauben widerspricht.

      So bringen die indischen Patres einen anderen katholischen Glauben nach Europa zurück, als ihn die Portugiesen nach Indien gebracht hatten. Eine Art umgekehrte Mission. Aber friedlich. Und mit sehr viel Humor und indischer Fröhlichkeit.

      Das stellt Annette Behnken auch beim gemeinsamen Kochen fest. Es gibt ein traditionelles indisches Biryani. "Aber mild", versichert ihr Pater Vijay. Das sei eine große Umstellung. Denn "wenn die Leute hier es scharf finden, finden wir es noch zu lasch."

      Was bringt indische Ordensbrüder dazu, nach Norddeutschland zu ziehen? Wer im Internet das Stichwort indische Mönche eingibt, findet vor allem Bilder von Hindus in orangefarbenen Gewändern und mit Turbanen. Die indischen Ordensbrüder, die Annette Behnken in deren Kloster im Emsland besucht, entsprechen dieser Vorstellung aber ganz und gar nicht.

      Diese Geistlichen gehören einer kleinen Minderheit in Indien an, sie sind katholische Christen! Genauer gesagt: Sie gehören dem Franziskaner-Orden an. Einer von ihnen ist Pater Vijay. Er erzählt, wie er als Erster in seinem Heimatort zum Priester geweiht wurde. Es gab ein großes Fest mit mehr als 1000 Gästen, die alle von seiner Familie bekocht wurden. Danach ging er von zu Hause fort, lebte zwei Jahre lang in Sri Lanka, wurde nach mehreren Stationen in Indien schließlich nach Europa versetzt. Ins Kloster Ahmsen im Emsland.

      In diesem Kloster lebt auch Pater Arun. Als er seinen Eltern von seinen Zukunftsplänen als Priester erzählte, erntete er keine Begeisterung. Als jüngster Sohn sei er traditionell für die Versorgung der Eltern zuständig, fand sein Vater, der als Fischer an der Südspitze Indiens lebt. Aber Pater Arun blieb bei seinem Entschluss. Auch er "tourte" durch verschiedene Gemeinden, war in England und Belgien, bevor er ins Emsland kam. Für Franziskaner ist es normal, immer wieder an einen neuen Ort zu ziehen.

      Aber wie geht es den Männern aus Südindien im Emsland? Vom Wetter werden sie hier jedenfalls nicht verwöhnt. Und auch Sprache und Mentalität sind fremd. Moin als Standardbegrüßung haben alle fünf aber schon drauf. Das haben sie nicht in ihrem dreimonatigen Deutschkurs gelernt.

      Und was sagen die Emsländer? Wie reagieren sie, wenn kein Pfarrer, den sie schon von Jugend an kennen, auf der Kanzel steht? Sondern ein dunkelhäutiger Mann, der auch neue Sitten und Gebräuche einführt?

      Vor etwa 500 Jahren kolonisierten vor allem die Portugiesen den indischen Subkontinent. Sie zwangen den Menschen ihren katholischen Glauben auf, Mission wurde das damals genannt. Nun gehört diese Religion mit zur indischen Kultur. "Bei indischen Beerdigungen haben die Menschen aber nicht so viel Schwarz an wie hier", sagt Pater Arun. Die unterschiedlichen Religionen in seiner Heimat färben aufeinander ab. So würde er gerne auch einiges hier einfließen lassen, zum Beispiel von hinduistischen Ideen, soweit es nicht seinem eigenen Glauben widerspricht.

      So bringen die indischen Patres einen anderen katholischen Glauben nach Europa zurück, als ihn die Portugiesen nach Indien gebracht hatten. Eine Art umgekehrte Mission. Aber friedlich. Und mit sehr viel Humor und indischer Fröhlichkeit.

      Das stellt Annette Behnken auch beim gemeinsamen Kochen fest. Es gibt ein traditionelles indisches Biryani. "Aber mild", versichert ihr Pater Vijay. Das sei eine große Umstellung. Denn "wenn die Leute hier es scharf finden, finden wir es noch zu lasch."

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 17.09.2021