• 02.08.2021
      20:15 Uhr
      Lola Spielfilm Deutschland 1981 | arte
       

      Die BRD 1957: Der seriöse Herr von Bohm kommt ins fränkische Coburg, um seine Stelle als Baudezernent anzutreten. Mit seiner korrekten Art macht er sich schnell Feinde in der korrupten Elite der Stadt rund um den Bauunternehmer Schuckert. Schuckert gehört hier alles, inklusive eines Bordells, in dem der Bürgermeister und der Sparkassendirektor ein und aus gehen. Star des Etablissements und Schuckerts Liebling ist die Sängerin Lola, die als Marie-Luise auch ein Leben als anständige Frau führt. Ausgerechnet in sie verliebt sich von Bohm und wird so tief in den Korruptionssumpf der Stadt gezogen.

      Montag, 02.08.21
      20:15 - 22:05 Uhr (110 Min.)
      110 Min.

      Die BRD 1957: Der seriöse Herr von Bohm kommt ins fränkische Coburg, um seine Stelle als Baudezernent anzutreten. Mit seiner korrekten Art macht er sich schnell Feinde in der korrupten Elite der Stadt rund um den Bauunternehmer Schuckert. Schuckert gehört hier alles, inklusive eines Bordells, in dem der Bürgermeister und der Sparkassendirektor ein und aus gehen. Star des Etablissements und Schuckerts Liebling ist die Sängerin Lola, die als Marie-Luise auch ein Leben als anständige Frau führt. Ausgerechnet in sie verliebt sich von Bohm und wird so tief in den Korruptionssumpf der Stadt gezogen.

       

      Die BRD 1957. Wirtschaftswunderzeit. In der fränkischen Kleinstadt Coburg wird Geschäftliches zwischen dem Bürgermeister, dem Bankdirektor und dem Baulöwen Schuckert vorzugsweise bei Schampus im örtlichen Bordell, der "Villa Fink", besprochen. Der Star des Etablissements ist die bezaubernde Marie-Luise, bei den Männern besser bekannt unter dem Namen "Lola". Als jedoch ein neuer Baudezernent seine Stelle antritt, Herr von Bohm, ein korrekter Gentleman aus Ostpreußen, wird das lukrative Geschacher um Aufträge zunehmend schwierig. Denn so wirtschaftsfreundlich der neue Mann ist, so unbestechlich ist er auch. Von Bohm lernt Marie-Luise kennen und verliebt sich in die junge alleinerziehende Mutter, ohne jedoch über ihr Doppelleben als "Lola" in der "Villa Fink" Bescheid zu wissen. Als er seine Geliebte heiraten will, kommt heraus, dass sie im Bordell arbeitet und Schuckerts "persönliche Hure" ist. Angewidert stellt sich von Bohm den korrupten Strukturen entgegen und versinkt dabei immer tiefer im Morast.

      Angelehnt an Heinrich Manns Roman "Professor Unrat", wird das Thema der bürgerlichen Doppelmoral in "Lola" satirisch und in stilisierter Form erzählt. Fassbinder zeichnet kein realistisches Bild der 50er-Jahre, sondern schafft sich mit stilistischen Mitteln wie der künstlichen Farb- und Lichtgebung oder dem Einsatz auffälliger Blenden und Kamerabewegungen seine eigene Welt; eine Welt, in der die moralischen, politischen und emotionalen Bankrotterklärungen der Zeit umso schärfer auf den Punkt gebracht werden können.

      Mit seinem drittletzten Film "Lola" schloss Fassbinder seine Wirtschaftswunder-Trilogie ("Die Ehe der Maria Braun" (1979), "Die Sehnsucht der Veronika Voss" (1982), "Lola" (1981)) ab, in der er mit der alten BRD der Adenauer-Zeit abrechnete. Verglichen mit der bleiernen Schwere des Melodramas im ersten Teil der Trilogie und der desillusionierten Trümmerlandschaft im (chronologisch) zweiten ist dieser Film fast heiter. Denn das herausragende Darstellerensemble des Films verleiht ihm eine Spielfreude, Leichtigkeit und Souveränität, die in Fassbinders Werk keine Selbstverständlichkeit ist.

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      Montag, 02.08.21
      20:15 - 22:05 Uhr (110 Min.)
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