• 27.06.2021
      01:30 Uhr
      In weiter Ferne, so nah! Spielfilm Deutschland 1993 | MDR FERNSEHEN
       

      Wim Wenders gelang in der Fortsetzung seines Filmmärchens "Der Himmel über Berlin" (1987) erneut ein faszinierendes Panorama von Stimmungen und Stadtansichten des neuen Berlin, in dem er eine Welt der Unsicherheit und Hast, aber auch der Erinnerung und der hoffnungsvollen Güte entwirft. In prominenten Gastrollen sind zu sehen: Michail Gorbatschow mit einem Dostojewski-Zitat, Heinz Rühmann als NS-Chauffeur mit Zivilcourage, Lou Reed, Peter Falk sowie Wenders-Kameramann Henri Alekan als Kapitän.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 27.06.21
      01:30 - 03:45 Uhr (135 Min.)
      135 Min.
      Stereo

      Wim Wenders gelang in der Fortsetzung seines Filmmärchens "Der Himmel über Berlin" (1987) erneut ein faszinierendes Panorama von Stimmungen und Stadtansichten des neuen Berlin, in dem er eine Welt der Unsicherheit und Hast, aber auch der Erinnerung und der hoffnungsvollen Güte entwirft. In prominenten Gastrollen sind zu sehen: Michail Gorbatschow mit einem Dostojewski-Zitat, Heinz Rühmann als NS-Chauffeur mit Zivilcourage, Lou Reed, Peter Falk sowie Wenders-Kameramann Henri Alekan als Kapitän.

       

      Den Engel Cassiel (Otto Sander) stimmt es melancholisch, dass er als unsterblicher Wegbegleiter die Menschen nur trösten kann, ohne in ihr Schicksal eingreifen zu können. Nachdem sich sein Freund Damiel (Bruno Ganz) auf Erden niedergelassen hat, ist es für Cassiel einsam geworden. Angeregt sieht er den Wandel der Zeit, lauscht nach dem Fall der Berliner Mauer den Gedanken Michail Gorbatschows. Cassiels Gefährtin Raphaela (Nastassja Kinski) spürt, dass er nicht länger Engel sein mag, und als Cassiel sieht, wie die kleine Raissa (Aline Krajewski) vom Balkon eines Hochhauses stürzt, fängt er sie auf und wird so unwiderruflich selbst zu einem sterblichen Wesen. Als Karl Engel irrt er fortan verwundert durch die Straßen von Berlin.

      Die lieblose Geschäftigkeit der Menschen bedrückt ihn. Sein Freund Damiel, ein lebenslustiger Pizzabäcker, und dessen Frau, die Hochseilartistin Marion (Solveig Dommartin) helfen Cassiel, sich auf Erden einzuleben, dennoch fühlt der sich überflüssig und hilflos. Wie ein Schatten folgt ihm der zynische Emit Flesti (Willem Dafoe) als Verkörperung seiner verrinnenden Lebenszeit. Bald wird Cassiel zum Obdachlosen, zum gefallenen Engel. Ein neues Leben scheint zu beginnen, als er den Geschäftsmann Tony Baker (Horst Buchholz) vor einem Mafia-Anschlag rettet und zum Dank dessen Partner wird. Als Cassiel jedoch entdeckt, dass Baker eine NS-Vergangenheit hat und mit Porno-Raubkopien und Waffen handelt, ist er tief enttäuscht. Er spannt seine Freunde Damiel und Peter Falk sowie Marions Artisten ein, um Bakers Katakombenlager unter dem Flughafen Tempelhof zu zerstören.

      "In weiter Ferne, so nah!" ist die Fortsetzung des Films "Der Himmel über Berlin", den Wim Wenders 1987 drehte. Dieser Film voll "Wärme und anrührenden Momenten" überzeugt "durch vorzügliche Kameraarbeit und Schauspieler", schrieb der "film-dienst" im Erscheinungsjahr 1993. Wim Wenders wurde ebenfalls 1993 als bester Regisseur mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. 1994 erhielt der Film den Deutschen Filmpreis als bester Film.
      Wim Wenders gelingt es mit dieser "poetischen Engelsgeschichte, die vom Eingreifen, vom Sicheinlassen in diese nicht immer wohlgeordnete Welt handelt", eine Geschichte zu erzählen, die "Wärme geradezu verströmt." (Hans Messias, "film-dienst", 1993).

      Wim Wenders schaffte seinen künstlerischen Durchbruch als Regisseur mit "Alice in den Städten" (1973). Drei Jahre später gründete er seine eigene Produktionsfirma, die "Road Movies Filmproduktion". Auch in den USA wurde Wim Wenders bekannt, zuerst durch "Der amerikanische Freund" (1977), eine Adaption des Romans von Patricia Highsmith, schließlich mit "Hammett" (1982), einem Film über den amerikanischen Schriftsteller. 1984 erhielt sein Film "Paris, Texas" die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes. 1987 folgte der, neben "Paris, Texas", kommerziell erfolgreichste Film Wim Wenders': "Der Himmel über Berlin". Zu seinen neueren Filmen zählen "The Million Dollar Hotel" (2000), seine Musiker-Dokumentationen wie "Buena Vista Social Club" (1999) und "Viel passiert - Der BAP-Film" (2002) und "Palermo Shooting" (2008).

      Wim Wenders Film, der 3D-Tanzfilm "Pina - tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren" (2010) ist eine Hommage an die Wuppertaler Choreographin Pina Bausch, indem er "der Kunst Pina Bauschs ein eigenes "filmisches Bühnenbild" entgegenstellt, wenn er sinnlich, poetisch, im guten Sinn auch spektakulär innere Zustände nach außen bringt und einen eigenen emotionalen Film-Raum schafft, in dem sich die getanzte psychologische Handlung entfaltet." (Horst Peter Koll, "film-dienst", 2011).

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      Nacht von Samstag auf Sonntag, 27.06.21
      01:30 - 03:45 Uhr (135 Min.)
      135 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 31.07.2021