• 03.04.2023
      22:00 Uhr
      45 Min Mietenwahnsinn - Was tun? | NDR Fernsehen 45 Min - Copyright: NDR
       

      Was tun, wenn die Mieten immer höher steigen, das Einkommen aber nicht? Die Doku begleitet Menschen, die händeringend eine Wohnung suchen, und diskutiert Auswege aus der Krise.

      Nicht nur in den Metropolen, auch in kleineren Städten und Landkreisen im Norden explodieren die Mieten. In Flensburg etwa stiegen die Preise im Mittel um 67 Prozent, im Landkreis Gifhorn um rund 60 Prozent, im Landkreis Göttingen um mehr als 50 Prozent.

      Montag, 03.04.23
      22:00 - 22:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Was tun, wenn die Mieten immer höher steigen, das Einkommen aber nicht? Die Doku begleitet Menschen, die händeringend eine Wohnung suchen, und diskutiert Auswege aus der Krise.

      Nicht nur in den Metropolen, auch in kleineren Städten und Landkreisen im Norden explodieren die Mieten. In Flensburg etwa stiegen die Preise im Mittel um 67 Prozent, im Landkreis Gifhorn um rund 60 Prozent, im Landkreis Göttingen um mehr als 50 Prozent.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Leitung Kathrin Becker
      Redaktion Julia Saldenholz
      Autor Ute Jurkovics
      Thomas Karp
      Produktion Anja Reingold

      Was tun, wenn die Mieten immer höher steigen, das Einkommen aber nicht? Die Doku begleitet Menschen, die händeringend eine Wohnung suchen, und diskutiert Auswege aus der Krise.

      Nicht nur in den Metropolen, auch in kleineren Städten und Landkreisen im Norden explodieren die Mieten. In Flensburg etwa stiegen die Preise im Mittel um 67 Prozent, im Landkreis Gifhorn um rund 60 Prozent, im Landkreis Göttingen um mehr als 50 Prozent.

      Auf der Stra√üe landen mittlerweile auch Menschen, die erwerbst√§tig sind, klagt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Zu diesen Working Poor geh√∂ren auch Familien. Und Studien zufolge leben 4,4 Millionen Menschen in zu kleinen oder zu teuren Wohnungen. Die Versorgungsl√ľcke ist riesig.

      Eigenbedarf: Schwierige Wohnungssuche unter Zeitdruck
      Wohnen ist die soziale Frage der heutigen Zeit und hat l√§ngst auch die Mittelschicht erreicht. Jutta und Ernst Post aus Hamburg leben seit 30 Jahren im Stadtteil Eimsb√ľttel als der Vermieter ihnen wegen Eigenbedarf k√ľndigt. Jetzt haben sie zw√∂lf Monate Zeit eine neue Wohnung zu finden. Und das ist schon verh√§ltnism√§√üig lang, denn wenn der Mietvertrag etwa nur sieben Jahre alt ist, verk√ľrzt sich die K√ľndigungsfrist auf sechs Monate.

      Obwohl das Ehepaar problemlos 1.500 Euro Miete zahlen kann, bekommen die Posts nur Absagen. Drei Monate vor Ablauf der K√ľndigungsfrist haben die beiden noch immer nichts gefunden. "Ein Albtraum! Was sollen dann erst Leute mit geringem Einkommen machen", fragt sich Shopmanagerin Jutta Post.

      Schimmel in der Wohnung: Keine Alternative in Sicht
      Leon Grampler und Nicole Henningsen aus Bremen etwa. Sie leben mit Baby in einer Wohnung mit starkem Schimmelbefall. Aus Angst vor Gesundheitssch√§den nutzen sie Schlaf- und Kinderzimmer √ľberhaupt nicht mehr. Das Kinderbett steht in der Diele. Daneben schlafen die Eltern auf einem Matratzenlager.

      800 Euro Miete, die H√§lfte ihres Einkommens, w√ľrden die beiden f√ľr eine schimmelfreie Wohnung bezahlen. Leon Grampler hat sich schon auf mehr als 100 Wohnungsanzeigen beworben. Bisher ohne Erfolg. Meistens bekommt er nicht einmal eine Antwort.

      Wie ergeht es Mieter*innen, die jetzt eine neue Bleibe suchen? Und welche Strategien f√ľhren raus aus dem Mietendrama? Diesen Fragen geht die Dokumentation von Ute Jurkovics und Thomas Karp nach.

      Welche Lösungsstrategien gibt es?
      Die Bundesregierung setzt auf Bauen. 400.000 Wohnungen sollen j√§hrlich errichtet werden, hei√üt es im Koalitionsvertrag. Aber wie realistisch ist das? Und: Helfen teure Neubauten auch Menschen¬† mit kleinen oder mittleren Einkommen? Wie umweltschonend ist der Wohnungsbau? M√ľssen wir uns vielleicht alle damit arrangieren, weniger Platz zu beanspruchen?

      Tiny Houses: Ausstiegsoption aus dem Mietenwahnsinn?
      Wohnen auf wenigen Quadratmetern ist das Motto eines Projekts in Hollenbek (Schleswig-Holstein). Dort entsteht eine Tiny-House-Siedlung an einem stillgelegten Bahnhof, Mini-H√§uschen f√ľr Aussteiger aus dem Mietenwahnsinn der √ľberf√ľllten St√§dte.

      G√ľnstiger Wohnen mit Baugenossenschaften?
      Manche Wohnungssuchende helfen sich einfach selbst, zum Beispiel mit der Gr√ľndung einer Wohnungsbaugenossenschaft. Im Gegensatz zu b√∂rsennotierten Konzernen wirtschaften Genossenschaften nicht gewinnorientiert und bieten bezahlbare Mieten. In Hamburg zum Beispiel baut ein Genossenschaftsprojekt ein stillgelegtes Parkhaus mitten in der City um. Gesch√§fts- und Wohnr√§ume f√ľr alle Gesellschaftsschichten sollen entstehen.

      In Kiel hat die Wohngenossenschaft K√∂nigsmoor 37 Wohnungen f√ľr Familien, Senioren, Paare und Singles errichtet. Die Wohnungen sind eher klein, auch das senkt die Mieten. Gemeinschaftsr√§ume und Au√üenfl√§chen sorgen dennoch f√ľr gen√ľgend Platz.

      Einen Königsweg gibt es nicht. Um den Mietenwahnsinn zu stoppen sind viele kreative Ideen gefragt. Der Markt allein wird das Problem nicht lösen.

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