• 12.08.2022
      02:00 Uhr
      Faszination Erde Planet in Flammen | phoenix
       

      Die Prognosen sind eindeutig: Bei einer globalen Temperaturerhöhung um zwei Grad wird sich die Zahl der Tage, an denen es heiß und trocken genug für Wildfeuer ist, allein im Mittelmeerraum mehr als verdoppeln. Dass die zunehmende Brandgefahr zum Großteil der Mensch zu verantworten hat, verwundert niemanden mehr. Doch manchmal sind die Gründe dafür überraschend.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 12.08.22
      02:00 - 02:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Die Prognosen sind eindeutig: Bei einer globalen Temperaturerhöhung um zwei Grad wird sich die Zahl der Tage, an denen es heiß und trocken genug für Wildfeuer ist, allein im Mittelmeerraum mehr als verdoppeln. Dass die zunehmende Brandgefahr zum Großteil der Mensch zu verantworten hat, verwundert niemanden mehr. Doch manchmal sind die Gründe dafür überraschend.

       

      Die Brandkatastrophen in Portugal von 2017 waren deshalb so dramatisch, weil ein vor mehr als 170 Jahren importierter Exot die Brennbarkeit der dortigen Wälder erhöht: Eukalyptusbäume. Die ätherischen Öle wirken wie Zunder. Doch was ein Nachteil dieser Pflanze in Portugal ist, ist in seiner Heimat Australien ein Vorteil: der Eukalyptus bestimmt dank seiner Eigenschaft als Brandbeschleuniger dort die Wälder.

      Manchmal sind es Tiere, die die Großfeuer bestimmen. Was die eiszeitliche Megafauna mit der Häufigkeit von Flächenbränden zu tun hat, welch tiefgreifenden Veränderungen die Vorfahren des Menschen verursachten und welche Parallelen dazu für die Savannen Afrikas gezogen werden können, ist Gegenstand einer interdisziplinären Forschungsgeschichte.

      In Afrika gibt es eine Landschaft, die ganz von Feuer abhängig ist: Die Savanne. Wiederkehrende Brände sind für die Savanne notwendig. Elefanten und andere Savannen-Bewohner bestimmen mit, wie häufig es brennt, und manche Tiere haben sich sogar darauf spezialisiert, die Flammen zur Beutejagd zu nutzen.

      Erst durch die Beherrschung des Feuers konnten sich die Vorfahren des Menschen neue Nahrungsquellen erschließen, und das war entscheidend: Gebratenes Fleisch lieferte nicht nur mehr Kalorien, es ermöglichte auch die Weiterentwicklung des menschlichen Gehirns. Dirk Steffens begibt sich auf die Spuren unserer Ahnen und erfährt, welche Revolution es einst bedeutete, das Feuer zu beherrschen.

      Die Kontrolle über das Feuer hat die Entwicklung der Zivilisation erst ermöglicht. Doch indem der Mensch immer mehr fossile Brennstoffe nutzt, gefährdet er ein uraltes Gleichgewicht. Satellitendaten offenbaren, dass es heute mehr und intensiver brennt als in den letzten Jahrzehnten. Global setzen Wildfeuer fast ein Viertel so viel CO2 jährlich frei, wie durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht. Das meiste davon wird wieder gebunden, wenn die Vegetation nachwächst. Doch wenn dafür in Zukunft nicht mehr genügend Zeit für die Renaturierung bleibt, werden Wildfeuer die Klimakrise verschärfen.

      Noch bleibt Zeit gegenzusteuern. Doch der Mensch wird auch lernen müssen, mit dem Feuer, mit gewaltigen Bränden zu leben. Denn die Geschichte zeigt: Radikaler Brandschutz kann das Problem sogar verschärfen. In Kalifornien legt Dirk Steffens absichtlich Feuer und zeigt, wie Feuer zum Schutz vor der zerstörerischen Kraft des Elements genutzt werden kann.

      Film von Hanna Kotarba und Sabine Armsen

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 28.11.2022