• 12.08.2022
      05:40 Uhr
      Re: Wasser für Istanbul Trocknet die Millionenmetropole aus? | arte
       

      Istanbul - Weltkulturerbe und Moloch - leidet zunehmend unter Wasserknappheit. Seit Jahren regnet es immer weniger, und das Wasserleitungssystem ist marode. Dazu kommen Umweltprobleme wie der Meeresschleim im Marmarameer und ein geplanter neuer Kanal, der den Grundwasserspiegel weiter senken könnte. Bürger wollen nun ihre Stadt für eine Zukunft in Zeiten des Klimawandels rüsten.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 12.08.22
      05:40 - 06:10 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      VPS 05:35

      Istanbul - Weltkulturerbe und Moloch - leidet zunehmend unter Wasserknappheit. Seit Jahren regnet es immer weniger, und das Wasserleitungssystem ist marode. Dazu kommen Umweltprobleme wie der Meeresschleim im Marmarameer und ein geplanter neuer Kanal, der den Grundwasserspiegel weiter senken könnte. Bürger wollen nun ihre Stadt für eine Zukunft in Zeiten des Klimawandels rüsten.

       

      Sultan Aksu ist Ortsvorsteherin im historischen Viertel Kadiköy. Wenn wegen Rohrbrüchen mal wieder das Wasser abgestellt wird, laufen bei ihr im Büro die Drähte heiß. Dabei haben Istanbuls Bürger meist eine kleine Wasserreserve im Haus. Denn das Leitungswasser verwenden die meisten nur zum Blumengießen und Duschen. Trinkwasser wird in Kanistern nach Hause geschleppt.

      Durch die maroden Leitungen versickert rund ein Viertel des Wassers im Boden, und auch sonst ist der Wasserverbrauch der Istanbuler enorm. Aksu will das ändern. Sie verteilt Wasserfilter und bringt sie manchmal sogar selbst vor Ort an, damit die Bewohner ihres Viertels mehr Wasser sparen.

      Auch Selahattin Beyaz will seine Mitmenschen wachrütteln. Regelmäßig überprüft der Umweltingenieur die Wasserqualität und die Wasserstände der Trinkwasserreservoirs rund um Istanbul. Viele der Staudämme waren im Winter nur noch zu 20 Prozent gefüllt. Zwar gab es im Frühjahr einige Niederschläge, doch nicht genug, meint Beyaz. Er sieht auch die Pläne für den neuen Istanbul-Kanal kritisch, der das Marmarameer mit dem Schwarzen Meer verbinden soll. Denn ein bestehender Süßwasserstausee müsste dafür geopfert werden, und die Gefahr ist groß, dass der Grundwasserspiegel durch die weitere Versiegelung von Flächen sinkt. Darüber klärt er die Anwohner entlang der geplanten Trasse auf. Denn vonseiten der Politik kommen in dem autoritär geführten Land wenig Informationen über die Auswirkungen des Megaprojekts.

      Nah dran, authentisch, echt – der Mensch im Mittelpunkt. In 30 Minuten taucht Re: in Lebenswelten ein und macht Europas Vielfalt erlebbar.

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