• 27.11.2021
      21:45 Uhr
      Zurück in die Eiszeit: Die Zimov-Hypothese arte
       

      Am Ende der Welt, jenseits des Polarkreises, in den Weiten Ostsibiriens, führen der russische Wissenschaftler Sergej Zimov und sein Sohn Nikita ein außergewöhnliches Experiment durch: Sie wollen die Eiszeit "wiederherstellen", um den Planeten vor der Zerstörung durch den Klimawandel zu retten. Zumindest in einem Punkt sind sich alle Wissenschaftler einig: Der schmelzende Permafrost steht ganz oben auf der Liste der künftigen Klimakatastrophen. Sergej und sein Sohn sind Vertreter der "Zimov-Hypothese", die die Wiederkehr eines eiszeitlichen Ökosystems postuliert. Sind sie verrückte Wissenschaftler oder pragmatische Idealisten?

      Samstag, 27.11.21
      21:45 - 23:15 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Am Ende der Welt, jenseits des Polarkreises, in den Weiten Ostsibiriens, führen der russische Wissenschaftler Sergej Zimov und sein Sohn Nikita ein außergewöhnliches Experiment durch: Sie wollen die Eiszeit "wiederherstellen", um den Planeten vor der Zerstörung durch den Klimawandel zu retten. Zumindest in einem Punkt sind sich alle Wissenschaftler einig: Der schmelzende Permafrost steht ganz oben auf der Liste der künftigen Klimakatastrophen. Sergej und sein Sohn sind Vertreter der "Zimov-Hypothese", die die Wiederkehr eines eiszeitlichen Ökosystems postuliert. Sind sie verrückte Wissenschaftler oder pragmatische Idealisten?

       

      Stab und Besetzung

      Regie Denis Sneguirev

      Die Zimov-Hypothese ist der Ausgangspunkt einer ökologischen Saga, die sich in der sibirischen Steppe abspielt. In dieser unwirtlichen Gegend an der Grenze zur Arktis führen der russische Wissenschaftler Sergej Zimov und sein Sohn Nikita ein einzigartiges Feldexperiment durch: Um das Auftauen des Permafrostbodens zu verhindern, wollen sie das Ökosystem des Pleistozän, also der Eiszeit, wiederherstellen.

      In der Liste der zukünftigen Klimakatastrophen rangiert das Auftauen des Permafrostbodens auf einem der ganz vorderen Plätze. Im gefrorenen Boden unter der Erdoberfläche lagern Millionen Tonnen von Methan, einem starken Treibhausgas, sowie CO2, Quecksilber und uralte Virenstämme. Nur wenige Grad Erderwärmung genügen, damit diese „Klima-Bombe“ explodiert.

      In den 90er Jahren hat Sergej den Zusammenbruch der Sowjetunion miterlebt, heute prophezeit er einen anderen Kollaps: den einer Gesellschaft, die auf exzessivem Städtebau und billigem Erdöl basiert. Er ist der Überzeugung, dass die Klimaerwärmung nur durch natürliche Lösungen bekämpft werden kann. So wurde er auf dem 20 Quadratkilometer großen Gelände einer ehemaligen Wetterstation zum Hüter einer Herde von großen Säugetieren, die einst das Gebiet des heutigen Sibiriens bevölkerten. Indem Yaks, Wildpferde, Wisente, Rentiere und Moschusochsen die Schneedecke feststampfen und freilegen, verlangsamen sie das Auftauen des Permafrostbodens.

      Diese Geschichte zwischen individueller Utopie und wissenschaftlichem Experiment ist auch die der Weitergabe einer Mission vom Vater an den Sohn. Sie handelt von Mut, persönlichem Engagement für das Gemeinwohl und nicht zuletzt vom ungleichen Kampf gegen das sich beschleunigende Auftauen, gegen unerbittliche Umweltbedingungen und die Weite der sibirischen Steppe.

      Was treibt die beiden an? Welcher familiäre Hintergrund brachte sie zu ihrem Projekt? In atemberaubenden Bildern fängt dieser Dokumentarfilm die Weite der sibirischen Steppe und die Einsamkeit jenes entlegenen Ortes ein, an dem der Mensch im Prinzip nur eine winzige Rolle spielt. 

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