• 08.03.2021
      22:30 Uhr
      Campus Talks Warum muss das Nashorn in die Petrischale? | ARD-alpha
       
      • Prof. Dr. Thomas Hildebrandt: Warum muss das Nashorn in die Petrischale?
      • Dr. Lukas Kießling: Machen Leistungsvergleiche auf Dauer krank?

      Montag, 08.03.21
      22:30 - 23:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo
      • Prof. Dr. Thomas Hildebrandt: Warum muss das Nashorn in die Petrischale?
      • Dr. Lukas Kießling: Machen Leistungsvergleiche auf Dauer krank?

       
      • Prof. Dr. Thomas Hildebrandt: Warum muss das Nashorn in die Petrischale?

      Das Breitmaulnashorn steht kurz vor dem Aussterben. Es ist das schwerste von sechs Nashornarten. Nur noch zwei, noch dazu unfruchtbare Weibchen leben auf unserem Planeten. Thomas Hildebrandt, Professor für Wildtierreproduktionsmedizin an der Freien Universität Berlin geht für den Artenschutz ungewöhnliche Wege.

      Mutter Najin (30J.) und Tochter Fatu (20J.), die zwei weiblichen Tiere dieser charismatischen Schlüsseltierart sind seit 2009 im kenianischen Ol Pejeta Wildlife Conservancy, ursprünglich kamen sie aus dem tschechischen Zoo von Dvur Kralove, wo sie auch geboren wurden. Das letzte männliche Tier, der Bulle Sudan, verstarb mit 43 Jahren am 19. März 2018 in Ol Pejeta. Das nördliche Breitmaulnashorn wurde erst 1908 von Herrn Lydekker wissenschaftlich beschrieben. Damals lebten noch einige hunderttausende Individuen des schwersten Nashorns der sechs Nashornarten.

      Seit Mai 2019 wird BioRescue, ein internationales Konsortium zur Rettung des nördlichen Breitmaulnashorns vom BMBF mit 4,2 Millionen Euro gefördert. Dem Konsortium gehören japanische, italienische, tschechische und deutsche Wissenschaftler an. Prof. Hildebrandt und sein Team kooperieren sehr eng mit kenianischen und amerikanischen Wissenschaftlern sowie mit der Europäischen Zoogemeinschaft, um Lösungen für die Rettung dieser charismatischen Tierart zu finden.

      Da nicht nur ein lebendes männliches Tier für die natürliche Fortpflanzung des nördlichen Breitmaulnashorns fehlt, sondern Najin und Ftau durch schwere Veränderungen in der Gebärmutter und an den Eiserstöcken unfruchtbar sind, mussten Hildebrandt und sein Team neue, für den Artenschutz ungewöhnliche Wege beschreiten. Sie setzen modernste In Vitro Fortpflanzungstechniken wie die Reagenzglasbefruchtung durch Spermainjektion und mit Mikroskop-Inkubatoren zur Überwachung des Embryonalwachstums ein. Darüber hinaus kommen stammzellassoziierte Techniken auf der Grundlage von Hautzelltransformationen, den sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSC) für die Zucht von Eizellen und Spermien in der zum Einsatz. Alle Konsortialmitglieder wissen, dass sie einen langen und schwierigen Weg zu gehen haben, aber sie glauben fest daran, dass sie mit der breiten Unterstützung der Öffentlichkeit und gemeinsam mit der internationalen Wissenschaftlergemeinschaft am Ende erfolgreich sein werden.

      Prof. Thomas Bernd Hildebrandt ist Leiter der Abteilung Reproduktionsmanagement am Leibniz-IZW und Univ.-Professor für Wildlife Reproduction Medicine an der Freien Universität Berlin, sowie Honorary Professorial Fellow Life Sciences an der University of Melboune, Australia. Von 1986 - 1992 studierte er Tiermedizin an der Humboldt-Universität zu Berlin, erlangte seinen Doktortitel mit summa cum laude an der Freien Universität Berlin und ist seit 1993 als Fachtierarzt zertifiziert. Auf seinem Spezialgebiet, der Reproduktionsbiologie, gehört er zu den Pionieren der assistierten Reproduktion großer Säugetiere, unter anderem bei Elefanten, Nashörnern, Großkatzen und Pandabären. Er ist in einer Vielzahl von Fachgesellschaften vertreten, Research Associate der Smithsonian Institution (National Zoological Park), Fellow der Zoological Society of San Diego Zoo, Scientific Associate der Taronga Conservation Society Australia, Conservation Fellow der Zoological Society London sowie Veterinary Advisor für die European Elephant Taxon Advisory Group und Senior Advisor of the Academic Committee in der Panda Base in Chengdu.

      • Dr. Lukas Kießling: Machen Leistungsvergleiche auf Dauer krank?

      Frei nach dem Motto "Mein Haus, mein Auto, mein Boot" messen wir uns bewusst oder unbewusst das ganze Leben über mit anderen. Menschen neigen zum Vergleich. Lukas Kießling, Forschungsbeauftragter am Max-Planck-Institut in Bonn geht dem Phänomen auf den Grund.

      Der andauernde Vergleich fängt bereits zu Schulzeiten mit der Frage an: Wie gut war meine Mathenote im Vergleich zu

      denen meiner Mitschüler?

      Was aber sind die Folgen solcher Vergleiche? Welche Rolle spielen soziale Vergleiche für mein persönliches Wohlergehen? Um solche Fragen zu beantworten, bedarf es belastbarer empirischer Studien. Dr. Lukas Kießling stellt im Campus Talk die Ergebnisse seiner Forschung vor, die die Langzeitfolgen von sozialen Vergleichen im Schulalter auf das psychische Wohlergehen über Jahrzehnte untersucht.

      Dr. Lukas Kießling ist seit Anfang 2020 Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn. Zuvor promovierte er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn in Volkswirtschaftslehre. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf empirischen Untersuchungen zu sozialen Vergleichen, insbesondere wie diese die Leistung und die Gesundheit von Menschen beeinflussen.

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