• 04.07.2022
      18:15 Uhr
      RESPEKT - Demokratische Grundwerte für alle! Stark, dominant, aggressiv – warum toxische Männlichkeit allen schadet | ARD alpha
       

      Nur wer stark und rücksichtslos ist, hat Erfolg. Das glauben viele Männer. Woher kommt dieses völlig veraltete Rollenverständnis und warum ist es so gefährlich?

      Montag, 04.07.22
      18:15 - 18:45 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Nur wer stark und rücksichtslos ist, hat Erfolg. Das glauben viele Männer. Woher kommt dieses völlig veraltete Rollenverständnis und warum ist es so gefährlich?

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Malcolm Ohanwe

      Das Leben als Konkurrenzkampf, bei dem sich die Starken durchsetzen, auch indem sie Gewalt einsetzen. Gefühle – abgesehen von Wut und Aggression – sind hinderlich, werden unterdrückt und gelten als unmännlich. Frauen haben sich den Männern unterzuordnen. „Toxische Männlichkeit“ wird dieses Weltbild und das damit einhergehende Verhalten genannt. Prominent vertreten etwa durch den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump.

      RESPEKT-Moderator Malcolm Ohanwe macht sich auf die Suche nach den Ursprüngen dieser Denkweise, die in modernen Demokratien keinen Platz mehr hat. Sie ist aber trotzdem weit verbreitet: Aggressives Verhalten im Straßenverkehr, Sexismus, ständig dominantes Auftreten im täglichen Miteinander – die Liste des „toxischen“ Verhaltens ließe sich fortsetzen, sagt beispielsweise Andreas Schmiedel vom Münchner Informationszentrum für Männer. Physische Gewalt gegen Frauen sei nur die Spitze des Eisbergs, so Schmiedel. Er bietet Anti-Aggressivitäts-Trainings an, um betroffenen Männern eine Alternativen zu ihrem toxischen Männlichkeitsbild zu zeigen.

      Moderator Malcolm Ohanwe trifft eine junge Frau, die selbst Gewalt in der Partnerschaft erlebt hat. Sie schildert, wie schnell ihr Partner von „normalem“ Verhalten wechselte hin zu Aggression und übersteigerter Dominanz.

      In der Respekt-Reportage kommt aber auch die Ärztin Prof. Gertraud Stadler zu Wort, die an der Berliner Charité Geschlechterforschung in der Medizin lehrt. Toxische Männlichkeit schadet zu allererst den Männern selbst, sagt sie. Ihr Sterberisiko ist deutlich erhöht, ihr Lebensstil und ihr Alltagsverhalten medizinisch bedenklich.

      Toxische Männlichkeit ist ein Rollenverständnis, das längst völlig überholt ist und im Alltag keinen Platz hat, so das Fazit der Respekt-Reportage. Und trotzdem entdeckt Moderator Malcolm Ohanwe auch an sich selbst Versatzstücke dieses Verhaltens, das scheinbar tief in der Gesellschaft verankert ist.

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