• 25.07.2021
      19:30 Uhr
      RESPEKT - Demokratische Grundwerte für alle! Mensch mit Migrationshintergrund - macht die Kategorie noch Sinn? | ARD alpha
       

      Migrationshintergrund haben laut Statistik etwa 21 Millionen Menschen in Deutschland, ein Viertel der Bevölkerung. Aber viele, die in diese Schublade gesteckt werden, sind in Deutschland geboren. In den Medien und in der Politik ist "Migrationshintergrund" oft ein Synonym für "nicht-deutsch". Die RESPEKT-Reportage fragt deshalb: Wie viel Sinn macht diese Kategorie also noch?

      Sonntag, 25.07.21
      19:30 - 20:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Migrationshintergrund haben laut Statistik etwa 21 Millionen Menschen in Deutschland, ein Viertel der Bevölkerung. Aber viele, die in diese Schublade gesteckt werden, sind in Deutschland geboren. In den Medien und in der Politik ist "Migrationshintergrund" oft ein Synonym für "nicht-deutsch". Die RESPEKT-Reportage fragt deshalb: Wie viel Sinn macht diese Kategorie also noch?

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Rainer Maria Jilg

      Ein Amateurboxer aus Afghanistan, eine Stadträtin in München und ein Schauspieler und Comedian aus einer Künstlerfamilie - unterschiedlicher könnten die Biographien nicht sein - und doch haben alle drei eines gemeinsam: Sie werden von der Statistik als Menschen "mit Migrationshintergrund" geführt.
      RESPEKT-Moderator Rainer Maria Jilg trifft beispielsweise einen jungen Mann aus Afghanistan, der seit drei Jahren in Deutschland lebt. Er ist Amateurboxer und hat "Migrationshintergrund". Tatsächlich ist er nach Deutschland geflüchtet und hat selbst das, was Expert:innen "Migrationserfahrung" nennen. Die Kategorie "Migrationshintergrund" macht bei ihm also Sinn, ärgert ihn aber auch sehr. Er fühlt sich falsch wahrgenommen und in eine Schublade gesteckt, in die er nicht gehört. Denn in den Medien, bei der Polizei und in der Justiz wird der "Migrationshintergrund" meist dann erwähnt, wenn es um Straftaten, Probleme und/oder Kosten für die Allgemeinheit geht.
      Davon betroffen ist auch Lena Odell, Stadträtin in München. Sie ist in München geboren und hat - laut Statistik - deshalb "Migrationshintergrund", weil ein Elternteil aus Österreich kommt. Lena Odell selbst berichtet in RESPEKT von teilweise absurden Behördenerlebnissen. Am liebsten wäre ihr, die Kategorie würde abgeschafft. Denn so wie sie, sind etwa die Hälfte der Menschen, die von der Statistik unter "Migrationshintergrund" geführt werden, in Deutschland geboren. Das Argument, die Kategorie helfe, Diskriminierungserfahrungen zu dokumentieren, kann Lena Odell nicht nachvollziehen. Als "weiße" junge Frau wurde sie noch nie wegen ihrer Abstammung diskriminiert, wohl aber als junge Frau.
      Diskriminierung und Rassismus erfahren hat dagegen wegen seiner Hautfarbe Simon Pierce. Der Comedian und Schauspieler ist in der bayerischen Provinz geboren, sein Vater kommt aus Nigeria. Weil auch er selbst keine Migrationserfahrung hat, wehrt sich Simon Pierce gegen die Eingruppierung unter "Migrationshintergrund". Die Kategorie - so Pierce - sage nichts aus über ihn, genauso wenig wie über die meisten anderen Menschen, die darunter geführt werden.

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