• 29.11.2021
      00:45 Uhr
      Kulturjournal Moderation: Julia Westlake | NDR Fernsehen
       

      Themen:

      • Von den Eltern verlassen: Der Dokumentarfilm "Lievalleen" mit Peter Wawerzinek
      • Sterbehilfe in Deutschland - Was bedeutet das?
      • Vergesst uns nicht! Eine afghanische Regisseurin im Asyl in Hamburg

      Montag, 29.11.21
      00:45 - 01:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Von den Eltern verlassen: Der Dokumentarfilm "Lievalleen" mit Peter Wawerzinek
      • Sterbehilfe in Deutschland - Was bedeutet das?
      • Vergesst uns nicht! Eine afghanische Regisseurin im Asyl in Hamburg

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Leitung Christoph Bungartz
      Moderation Julia Westlake
      Produktion Miriam Rumohr
      • Von den Eltern verlassen: Der Dokumentarfilm "Lievalleen" mit Peter Wawerzinek

      Peter Wawerzinek ist gerade mal drei Jahre alt, als ihn seine Mutter allein mit seiner Schwester in einer Rostocker Wohnung zurück lässt und in den Westen geht. Erst Tage später werden die Geschwister in der verwahrlosten Wohnung entdeckt. Es folgt eine Kindheit in DDR-Heimen und einer Adoptivfamilie. Erfahrungen, die das Leben und Arbeiten von Schriftsteller Peter Wawerzinek ein Leben lang geprägt haben. Seine Schwester Beate wird in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht, erst 15 Jahre später sehen sich die beiden wieder. Im Dokumentarfilm "Lievalleen", aus dem Plattdeutschen übersetzt "Mutterseelenallein", gehen die Geschwister auf Spurensuche in ihrer Vergangenheit: Sie besuchen die Orte ihrer Kindheit, sprechen über die leidvollen Erlebnisse und die Verletzungen, die geblieben sind. In traumhaft surrealen Spielszenen werden Momente der Vergangenheit nachempfunden. Das Kulturjournal spricht mit Peter Wawerzinek und stellt den persönlichen und sehr sehenswerten Film vor. "Lievalleen" ist ab dem 27.11. in der ARD Mediathek zu sehen und am 30.11. um Mitternacht im NDR Fernsehen.

      • Sterbehilfe in Deutschland - Was bedeutet das?

      Hans-Jürgen Brennecke bekam vor sieben Jahren die Diagnose Burkitt-Lymphom, das zu den am schnellsten wachsenden Tumorarten des Menschen gehört. Im Krankenhaus bekommt er mehrere Chemotherapien, die er sehr schlecht verträgt. Er muss künstlich ernährt werden, es kommt zum Atemstillstand und nach den Therapien leidet er dauerhaft unter geschädigten Nerven in Händen und Füßen. Er beschließt, dass, wenn der Krebs zurückkommen sollte, er es nicht noch einmal durchmachen möchte und er dann freiwillig aus dem Leben scheiden will - mit ärztlicher Hilfe. Doch damals war die Beihilfe zum Suizid in Deutschland noch strafbar. Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für humanes Sterben kämpfte er für ein neues Sterbehilfegesetz, reicht Klage beim Bundesverfassungsgericht ein. Die Beihilfe zum selbstbestimmten Sterben soll straffrei werden. Im Februar 2020 war es soweit: Das Gericht verkündet folgendes Urteil: "Das allgemeine Persönlichkeitsrecht umfasst ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Dieses Recht schließt die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen und hierbei auf die freiwillige Hilfe Dritter zurückzugreifen." Doch noch ist das gesetzlich nicht geregelt. Das Kulturjournal hat mit Hans-Jürgen Brennecke, einer Medizinethikerin und den Leitern eines Palliativzentrums in Bardowick über das Thema Sterbehilfe gesprochen.

      • Vergesst uns nicht! Eine afghanische Regisseurin im Asyl in Hamburg

      Als die Taliban Kabul übernehmen, haben viele Afghan:innen Angst um ihr Leben. Sie fliehen so schnell es geht, unter ihnen sind viele Künstler:innen und Kulturschaffende. Denn die Taliban verachten Kunst und Kultur. "Vergesst uns nicht!" bitten afghanische Künstler:innen die westliche Welt. Schon kurz nach dem Einmarsch in Kabul zerstören die Taliban Musikinstrumente, bedrohen und töten Andersdenkende. Kunst, Musik, Kultur, Frauenrechte - alles, was während der 20-jährigen westlichen Militärpräsenz aufblühte, ist nichts mehr wert. Die Regisseurin Shahrbanoo Sadat harrte im August drei Tage im Gedränge des Kabuler Flughafens aus, bevor sie mit einem Teil ihrer Familie auf einen der Evakuierungsflüge gelangen konnte. Die andere Hälfte der Familie musste wegen fehlender Papiere in Afghanistan zurückbleiben. Shahrbanoo Sadats aktueller Film "Kabul Kinderheim", der jetzt in den deutschen Kinos läuft, spielt im Afghanistan Ende der 80er-Jahre. Es geht um Heranwachsende, deren Kindheit von den Ereignissen der Zeit geprägt wird. Damals war das Land von den Sowjets besetzt, die gegen die von den USA, Saudi-Arabien und Pakistan unterstützten Mudschahedin kämpften. Regisseurin Shahrbanoo Sadat hat Asyl in Hamburg gefunden.

      Das Kulturjournal berichtet über Neues aus der norddeutschen und internationalen Kulturszene.

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