• 30.09.2021
      14:10 Uhr
      Eisenbahn-Romantik Von altem Eisen und neuen Zügen im Sudan | SWR Fernsehen BW
       

      Die Sudanesinnen und Sudanesen lieben ihre Eisenbahn. Sie ist mit 4.000 Kilometern eine der längsten des Kontinents. Die ersten Schienen wurden 1875 gelegt, ein Meterspur-Erbe aus der Kolonialzeit. Manche Strecken sind im Sand versunken, auf anderen fährt gerade mal ein Zug am Tag, weil viele Lokomotiven wegen des Embargos nicht mehr betriebsfähig sind. Doch die Bahn erlebt eine Renaissance. Es geht vorbei an den Pyramiden von Meroe, den Nil entlang auf der Strecke Wad Madani - Karthum - Atbara im Zug Al Dschazira, einem neuen ICE-ähnlichen Personenzug, mit durchschnittlich 60 Kilometern pro Stunde - wegen der Kamele.

      Donnerstag, 30.09.21
      14:10 - 14:40 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Die Sudanesinnen und Sudanesen lieben ihre Eisenbahn. Sie ist mit 4.000 Kilometern eine der längsten des Kontinents. Die ersten Schienen wurden 1875 gelegt, ein Meterspur-Erbe aus der Kolonialzeit. Manche Strecken sind im Sand versunken, auf anderen fährt gerade mal ein Zug am Tag, weil viele Lokomotiven wegen des Embargos nicht mehr betriebsfähig sind. Doch die Bahn erlebt eine Renaissance. Es geht vorbei an den Pyramiden von Meroe, den Nil entlang auf der Strecke Wad Madani - Karthum - Atbara im Zug Al Dschazira, einem neuen ICE-ähnlichen Personenzug, mit durchschnittlich 60 Kilometern pro Stunde - wegen der Kamele.

       

      Der Sudan ist ein Eisenbahnland. Das über 4000 km lange Streckennetz, eines der längsten Afrikas, wurde vor über hundert Jahren von den Engländern während der Kolonialzeit angelegt, um den Nachschub im Kampf gegen die aufständischen Mahdisten zu sichern. Wenig hat sich seit dieser Zeit verändert. Im Gegenteil viele Verbindungen auf denen Mitte des vorigen Jahrhunderts noch reger Betrieb herrschte, sind heute unbefahrbar, im Sand versunken oder vom Nil unterspült. Erst langsam kommt es zu einer Renaissance der Eisenbahn.

      Nachdem sich westliche Firmen wegen eines US-Embargos, nicht trauen im Land zu investieren, sind es wie in vielen Ländern Afrikas die Chinesen, die beim Aufbau einer dringend notwendigen Infrastruktur helfen. Dass die Volksrepublik dabei eine nicht immer uneigennützige Strategie verfolgt, ist den Menschen egal, die endlich in modernen, klimatisierten Zügen von Khartum aus die zwei größten Regionalzentren erreichen können. Das Eisenbahn-Romantik-Team hat den ‚Al Dschazira', benannt nach einer Halbinsel im Nil, getestet und mit den Fahrgästen gesprochen. Eine junge Mutter mit drei Kindern: Während der vier Stunden Fahrt sind wir gut versorgt. Es gibt Tee und Sandwiches und wir haben viel Spaß miteinander.

      Auch das einst größte Eisenbahnbetriebswerk Afrikas in Atbara ist mit einem der neuen Triebwagen erreichbar. Dort allerdings offenbart sich die andere Seite der Sudanesischen Bahn: Im Freigelände stehen hunderte betriebsunfähiger Diesel-Lokomotiven, vor allem aus USA und Europa. Der Chefingenieur erklärt die Problematik: Der Grund dieser Misere ist das Embargo, das seit 1997 unser Land extrem negativ beeinflusst. Wir bekommen kaum Ersatzteile, um die Maschinen betriebsfähig zu halten. Wir haben auch 40 Lokomotiven aus Deutschland, davon sind gerade mal noch zehn im Einsatz.

      15.03.2019 SWR/SR

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