• 27.06.2022
      04:00 Uhr
      ttt - titel thesen temperamente Moderation: Siham El-Maimouni | Das Erste
       

      Themen:

      • Koloniale Raubkunst aus Deutschland geht zurück nach Afrika – leihweise
      • Braucht Deutschland zwei PEN-Schriftstellerverbände?
      • „10 Uhr 50, Grunewald“
      • „Mein Name ist Violeta"
      • Die Documenta ist nicht antisemitisch – bis zur Eröffnung!

      Nacht von Sonntag auf Montag, 27.06.22
      04:00 - 04:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      VPS 01:55

      Themen:

      • Koloniale Raubkunst aus Deutschland geht zurück nach Afrika – leihweise
      • Braucht Deutschland zwei PEN-Schriftstellerverbände?
      • „10 Uhr 50, Grunewald“
      • „Mein Name ist Violeta"
      • Die Documenta ist nicht antisemitisch – bis zur Eröffnung!

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Siham El-Maimouni
      • Koloniale Raubkunst aus Deutschland geht zurück nach Afrika – leihweise

      Die Ethnologischen Sammlungen Berlin schicken Kunstgegenstände nach Namibia, ein erster Schritt der Rückübertragung. Wie sollen große ethnologische Sammlungen mit Kunstobjekten aus kolonialen Kontexten umgehen? Eine brennende Frage, der sich die Stiftung Preußischer Kulturbesitz vor allem seit der Eröffnung des Humboldt Forums stellen muss.

      Eine Antwort sucht das Forschungsprojekt „Confronting Colonial Pasts, Envisioning Creative Futures“. Forscherinnen aus Berlin und Namibia arbeiten partnerschaftlich zusammen und schöpfen nicht nur aus akademischen Wissensquellen, um die Geschichten der Objekte aufzuarbeiten. 23 historische Objekte sind nun von Berlin nach Namibia gereist. Alltagsgegenstände, Schmuck, Kleidung und zwei Puppen, ausgewählt von namibischen Wissenschaftlerinnen, MuseumsmacherInnen aber auch KünstlerInnen und ModedesignerInnen. In den nächsten 2 Jahren sollen die Objekte gemeinsam mit VertreterInnen ihrer Ursprungsgesellschaften weiter erforscht werden. Die leihweise Rückkehr der Objekte sehen sie als Möglichkeit, ihr kulturelles Erbe und damit auch sich selbst neu kennenzulernen.

      • Braucht Deutschland zwei PEN-Schriftstellerverbände?

      Vor wenigen Tagen wurde ein zweiter PEN gegründet – der „PEN Berlin“
      „Ich möchte nicht Präsident dieser Bratwurstbude sein“ - mit diesen Worten beendete Deniz Yücel seine Präsidentschaft und auch seine Mitgliedschaft im PEN Zentrum Deutschland. Der vor knapp hundert Jahren gegründete Verbund gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Das PEN-Zentrum Deutschland, Sitz in Marburg, hat sich auch maßgeblich für die Befreiung von Deniz Yücel aus türkischer Haft eingesetzt.
      Im März 2022 forderte Yücel auf der Lit.Cologne in Köln, wo er als PEN-Präsident eingeladen war, die Errichtung einer Flugverbotszone über die Ukraine. Daraufhin wurde er von fünf ehemaligen PEN-Präsident*Innen zum Rücktritt aufgefordert. Im Mai dann auf der PEN-Tagung in Gotha der Eklat – Yücel überstand knapp einen Abwahlantrag und schmiss hin. Jetzt gründete sich in Berlin eine Abspaltung des PEN, der „PEN Berlin“ – Sprecher ist Deniz Yücel und Sprecherin Eva Menasse.

      „ttt“ hat mit dem Interims-Präsidenten des PEN Zentrums Deutschland, Josef Haslinger und mit Deniz Yücel gesprochen.

      • „10 Uhr 50, Grunewald“

      Vor 100 Jahren wurde der deutsche Außenminister Walther Rathenau ermordet – der Anfang vom Ende der Weimarer Republik. Terroristen der rechtskonservativen Geheimorganisation Consul warteten am 24. Juni morgens das Fahrzeug des Außenministers der Weimarer Republik ab, um ihn zu ermorden. Walther Rathenau war Kapitalist, Schöngeist, Jude, Weltbürger und galt als „Linker“ unter der Parteimitgliedschaft der DDP, der Deutschen Demokratischen Partei. Eine charismatische, vielfach schillernde Epochenfigur. Für den Romancier Stephan Abarbanell ist er einer der großen Vergessenen der deutschen Geschichte, dessen Leben am 24. Juni 1922, „10 Uhr 50, Grunewald“ ein brutales Ende findet.

      „ttt“ hat mit Stephan Abarbanell über sein Rathenau-Bild gesprochen und den Historiker Prof. Martin Sabrow, Experte für die Geschichte der Weimarer Republik gefragt, was dieser Mord für die junge deutsche Demokratie bedeutete.

      • „Mein Name ist Violeta"

      Ein Dokumentarfilm erzählt vom Leben und dem Schicksal transgeschlechtlicher Menschen
      Was wissen wir über transgeschlechtliche Menschen? Welche Entwicklungen, Erfahrungen und welche Belastungen machen sie durch, bevor sie sich zu einer Geschlechtsumwandlung entschließen? Und was passiert zunächst, wenn ihnen bewusst, dass sie im falschen Körper stecken? Der spanische Dokumentarfilm „Mein Name ist Violeta" erzählt die Geschichte des 11-jährigen Trans-Mädchens Violeta, die als Ignacio geboren wurde und schon als Kleinkind rosarote Kleider tragen wollte. Zunächst ein Rätsel, dann eine Herausforderung für Violetas Vater Nacho und ihre Mutter Franceska, bei der Violeta lebt. Wie

      soll man als Eltern mit einem Transkind umgehen? Das Elternpaar beschließt, Violeta bei ihrer Suche nach der neuen Identität zu unterstützen und sie für das Leben in einer weitgehend transfeindlichen Welt vorzubereiten. In ihrem liebevollen Sozial-Porträt stellen die Regisseure David Fernández de Castro und Marc Parramon auch Aktivisten und Transmenschen vor, die ihren Weg gegangen sind, nachdem sie lange um die freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit ringen mussten. Violeta wünscht sich vor allem eins: einen Personalausweis mit dem Namen "Violeta".

      „ttt“ hat den Co-Regisseur Marc Parramon in Barcelona getroffen.

      • Die Documenta ist nicht antisemitisch – bis zur Eröffnung!

      Zwei Tage nach der Eröffnung löste ein offen antisemitisches Bild auf der weltgrößten Kunstschau einen Skandal aus
      Monatelang wurde über die Documenta gestritten. Das Kuratorenkollektiv „Ruangrupa“, eine Künstler- und Aktivistengruppe aus Indonesien sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, antisemitische Kunst und Künstler:innen eingeladen zu haben. Die Gruppe bestritt das, wehrte sich mit einem offenen Brief. Die Geschäftsführerin der Documenta, Sabine Schormann sekundierte: Man möge doch bitte abwarten bis zur Eröffnung und nicht vorauseilende Zensur betreiben und überhaupt: Es gelte die Meinungs- und Kunstfreiheit. Auch die Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, die die Weltkunstschau über die Bundeskulturstiftung wesentlich finanziert konterte: „Wo sind die Beweise“. Seit 20. Juni gibt es diese Beweise. Ein offen antisemitisches Plakat wurde gezeigt, verdeckt und abgenommen.

      „ttt“ hat u.a. mit Josef Schuster, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland gesprochen, der vor diesem Szenario gewarnt hat und mit Claudia Roth, der Staatsministerin für Kultur und Medien, die sich zutiefst „enttäuscht“ von der Documenta-Leitung zeigt.

      ttt wird im wöchentlichen Wechsel von sechs Redaktionen der ARD Landesrundfunkanstalten verantwortet: BR, HR, MDR, NDR, RBB und WDR.

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 27.06.22
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 28.09.2022