• 08.10.2021
      19:15 Uhr
      Im Schatten der Macht (1/2) Fernsehfilm Deutschland 2002 | 3sat
       

      Frühjahr 1974. Bundeskanzler Willy Brandt ist im Sonderzug auf Wahlreise durch Norddeutschland. Begleitet wird der Kanzler unter anderem von seinem Partei-Referenten Günter Guillaume, Brandts "Mädchen für alles". Dabei steht er seit einem knappen Jahr unter dem Verdacht, Stasiagent zu sein, und der Kanzler weiß das. Als Guillaume schließlich festgenommen wird, geraten Details aus Brandts Privatleben in den Blickpunkt. Der Kanzler wird erpressbar und muss zurücktreten.

      Freitag, 08.10.21
      19:15 - 20:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Frühjahr 1974. Bundeskanzler Willy Brandt ist im Sonderzug auf Wahlreise durch Norddeutschland. Begleitet wird der Kanzler unter anderem von seinem Partei-Referenten Günter Guillaume, Brandts "Mädchen für alles". Dabei steht er seit einem knappen Jahr unter dem Verdacht, Stasiagent zu sein, und der Kanzler weiß das. Als Guillaume schließlich festgenommen wird, geraten Details aus Brandts Privatleben in den Blickpunkt. Der Kanzler wird erpressbar und muss zurücktreten.

       

      Stab und Besetzung

      Willy Brandt Michael Mendl
      Günter Guillaume Matthias Brandt
      Hans-Dietrich Genscher Dieter Pfaff
      Rut Brandt Barbara Rudnik
      Dr. Günter Nollau Michael Quast
      Herbert Wehner Jürgen Hentsch
      Egon Bahr Rudolf Kowalski
      Helmut Schmidt Markus Boysen
      Dr. Herold Martin Lüttge
      Walter Scheel Felix von Manteuffel
      Regie Oliver Storz
      Musik Klaus Doldinger
      Kamera Hans Grimmelmann

      Frühjahr 1974. Bundeskanzler Willy Brandt ist im Sonderzug auf Wahlreise durch Norddeutschland. Begleitet wird der Kanzler von Journalisten und Journalistinnen, seinen Leibwächtern und seinem Partei-Referenten Günter Guillaume, der auf solchen Reisen den Kontakt zur Regierungszentrale hält. Guillaume ist Brandts "Mädchen für alles". Dabei steht er seit einem knappen Jahr unter dem Verdacht, Stasiagent zu sein, und der Kanzler weiß das.

      Brandt ist dem Rat des obersten Verfassungsschützers Nollau und des politisch verantwortlichen Innenministers Hans-Dietrich Genscher gefolgt, nichts an den Zuständigkeiten des Verdächtigen zu verändern und den Arglosen zu spielen, bis man ausreichende Beweise beisammen habe. Dies gelingt Brandt umso besser, als er den Verdacht gegen Guillaume von Anfang an nicht ernst genommen und im Laufe der Monate verdrängt hat.

      Der Kanzler ist in keiner guten Verfassung. Er steht noch immer auf dem Höhepunkt seines internationalen Ansehens, aber die Regierungsarbeit des zweiten Kabinetts Brandt geht allmählich aus dem Leim. Die Ermittlungen gegen Guillaume treten auf der Stelle, und Hans-Dietrich Genscher wird immer nervöser. Er setzt Nollau unter Druck, Guillaume entweder zu überführen oder aber die Ermittlungen einzustellen. Nollau, der wie Genscher um seine Karriere fürchtet, gibt den Fall trotz mangelnder Beweise an den Generalbundesanwalt ab. Der stellt einen Durchsuchungsbefehl aus und lässt das Bundeskriminalamt zugreifen.

      Günter Guillaume gibt sich, gegen jede Regel, sofort als "Bürger der DDR und ihr Offizier" zu erkennen. Er wird samt seiner Frau Christel verhaftet. Die Vernehmer bittet er, mit dem Kanzler sprechen zu können. Als ihm dies verwehrt wird, schweigt er. Nun befragen die Ermittler auch Beamte des Begleitkommandos, das für die Sicherheit des Kanzlers verantwortlich ist. Was hat Guillaume mitbekommen und mutmaßlich nach Ostberlin gemeldet?

      So wird unversehens das Privatleben Willy Brandts zum Thema der Ermittlungen. Undeutlich bleibt zwar, wo in den Schilderungen der Sicherheitsbeamten die Grenze zwischen Realität und Fantasie verläuft. Aber so viel wird klar: Es soll der Referent und Reiseleiter Guillaume gewesen sein, der dem Kanzler "Frauen zugeführt" hat. Darüber informiert der Chef des Bundeskriminalamts Herold den Innenminister, dann auch den Kollegen Nollau vom Verfassungsschutz. Nollau wiederum eilt zu seinem Freund und Gönner Wehner, dem er die vermeintlich dramatische Lage erregt schildert: Der Bundeskanzler sei erpressbar, die DDR-Führung könne mit diesen Sexgeschichten die Bundesregierung bis auf die Knochen blamieren. Nollau weiß nur einen Rat: Willy Brandt muss zurücktreten, bevor es zum Eklat kommt.

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